Zum Inhalt springen
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
AnmeldenAbonnieren
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Rezensionen
  • natur Plus
natur - Das Magazin für Natur, Umwelt und nachhaltiges Leben
  • Erde & Umwelt
  • Biologie
  • Nachhaltigkeit
  • Podcast
  • Rezensionen
natur-Newsletter
Aktuelle Nachrichten aus Natur und Umwelt direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Probeabo
  • natur Marktplatz

Hefte

  • Sonderhefte
  • Einzelhefte

Unsere Partner

  • Bilddatenbank natur

Info

  • AGB
  • Mediadaten
  • Kleinanzeigen
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Vertrag widerrufen

Kontakt zur Redaktion

naturErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

Tel: +49 (0)711 7594-5855
E-Mail: redaktion-natur@konradin.de
Folgen Sie uns
natur als bevorzugte Quelle bei Google einrichtenAuf Google merken →
Konradin Mediengruppewissenschaft.dedamals.de
© 2026 natur
Startseite/Erde & Umwelt/Artikel
Warum der Tyrannosaurus so kurze Arme hatte
Erde & Umwelt

Warum der Tyrannosaurus so kurze Arme hatte

Tyrannosaurus rex und andere große Raubsaurier hatten erstaunlich kurze Arme – aber warum? · Foto: Racksuz/ iStock

Giganten mit Stummelärmchen: Viele große Raubsaurier der Kreidezeit hatten erstaunlich kurze Vorderbeine – aber warum? Den Grund dafür könnten nun Paläontologen gefunden haben. Demnach verkürzten sich die Arme von T. rex und Co umso mehr, je größer die Beute der Raubdinosaurier wurde. Um diese Beute überwältigen und töten zu können, benötigten die Fleischfresser vor allem kräftige Kiefer und große Schädel. Die klauenbewehrten Vorderbeine waren dafür weniger hilfreich – und wurden daher im Laufe der Zeit reduziert, wie das Team ermittelt hat.
Autor
Redaktion
21. Mai 2026
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Erde & Umwelt

Die Stummelärmchen von Tyrannosaurus rex, Allosaurus und anderen großen Raubdinosauriern der Kreidezeit sind ein bis heute rätselhaftes Phänomen. Die Arme einiger dieser Fleischfresser waren so kurz, dass die Tiere damit nicht einmal mehr ihre eigene Schnauze erreichen konnten. Das wirft die Frage auf, warum gleich mehrere Theropoden-Linien eine so extreme Verkürzung ihrer Vordergliedmaßen entwickelten – aber nicht alle großen Raubdinosaurier.

Was trieb die Armverkürzung an?

Auf der Suche nach einer Erklärung haben nun Paläontologen um Charlie Scherer vom University College London die Verwandtschaftsverhältnisse, Vordergliedmaßen, Köpfe und Körpergrößen von 85 Raubdinosauriern aus verschiedenen Stammeslinien und Zeiten noch einmal genauer untersucht. „Wir wollten verstehen, was diese Armverkürzung antrieb“, sagt Scherer. Denn bisher gibt es dazu zwar viele Hypothesen, eine eindeutige Erklärung fehlt jedoch.

Besonderes Augenmerk legten die Paläontologen bei ihren Analysen auf das Verhältnis der Armlänge zur Größe und Robustheit des Schädels. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Raubdinosaurier zuerst ihre kräftigen, robusten Schädel entwickelten, bevor sich ihre Vordergliedmaßen verkürzten“, erklärt Co-Autorin Elizabeth Steell von der Cambridge University. Deshalb vermuteten die Paläontologen hier einen Zusammenhang.

Paralleler Trend bei fünf verschiedenen Raubsauriergruppen

Tatsächlich zeigten sich auffällige Korrelationen: „Wir haben einen engen Zusammenhang zwischen verkürzten Armen und großen, robusten Schädeln gefunden“, berichtet Scherer. Bei Fleischfressern mit hoher Bisskraft und mächtigen Köpfen waren die Vordergliedmaßen besonders stark reduziert. Am extremsten zeigte sich dieser Zusammenhang beim Tyrannosaurus rex, dicht gefolgt vom Tyrannotitan, einem 30 Millionen Jahre vor T. rex im Süden Südamerikas vorkommenden Raubdinosaurier.

Vergleichsanalyse
Entwicklung vergrößerter, robuster Schädel (a) und Verhältnis von Schädel zu Armlänge (b) bei verschiedenen Stammeslinien der Raubdinosaurier. © Scherer et al./ Proceedings of the Royal Society B, CC-by 4.0

Diesen Trend zu immer größeren, robusteren Schädeln und kleineren Armen identifizierten die Forschenden in fünf verschiedenen Stammeslinien der Theropoden. Einige dieser Raubsaurier, wie die Abelisauriden, verkürzten dabei vor allem ihre Hand- und Fingerknochen überproportional stark. Bei Tyrannosauriern schrumpften dagegen alle Teile der Vordergliedmaßen gleichermaßen. Den Analysen zufolge müssen die Theropodengruppen ihre Stummelarme demnach unabhängig voneinander entwickelt haben.

„Das legt nahe, dass dieser Trend durch ähnliche ökologische und evolutionäre Umstände gefördert wurde“, konstatieren Scherer und seine Kollegen.

War die Größe der Beute entscheidend?

Doch welche Treiber waren dies? Auch darauf lieferten die Vergleichsanalysen neue Anhaltspunkte. Denn Stummelarm-Träger wie Tyrannosaurus rex, Carnotaurus, Meraxes oder Tyrannotitan hatten eine Gemeinsamkeit: Sie jagten und fraßen besonders große Beute. „Das gemeinsame Vorkommen von riesenhaften Theropoden und gigantischen Pflanzenfressern deutet auf ein evolutionäres Wettrüsten zwischen Räubern und Beute hin“, erklären die Paläontologen.

Weil ihre Beute immer größer wurde, mussten sich die Raubdinosaurier anpassen. Sie wurden ebenfalls größer und entwickelten immer robustere, kräftigere Schädel, um ihre massige, große Beute packen und totbeißen zu können. „Einen 30 Meter langen Sauropoden mit den Klauen festhalten zu wollen, ist nicht wirklich ideal“, sagt Scherer. „Es war vermutlich weitaus effektiver, diese Beute mit Zähnen und Kiefern anzugreifen und festzuhalten.“ Eine ähnliche Taktik nutzen heute Krokodile und einige große Raubkatzen.

Von der Evolution „wegrationalisiert“

Diese Anpassung hatte jedoch weitere Konsequenzen: Weil sich die großen Raubsaurier bei der Beutejagd immer stärker auf ihre mächtigen Schädel und Gebisse verließen, wurden ihre Vordergliedmaßen zunehmend unwichtig. „Das ist ein Fall von ‚Use it or lose it’: Die Arme waren nicht länger nützlich und wurden daher im Laufe der Zeit immer mehr reduziert“, erklärt Scherer. Dazu passt, dass Raubdinosaurier, die vorwiegend kleinere Beutetiere jagten oder Fische fingen, längere Vorderbeine behielten.

Die Stummelärmchen von T. rex und Co waren demnach eine evolutionäre „Rationalisierungsmaßnahme“: Sie schrumpften, weil diese Raubsaurier die Energie und Ressourcen für ihre Vordergliedmaßen anderweitig besser nutzen konnten – unter anderem für ihre mächtigen Schädel und Gebisse.

Quelle: Charlie Scherer (University College London) et al., Proceedings of the Royal Society B – Biological Sciences, 2026; doi: 10.1098/rspb.2026.0528

Bevorzugte Quelle bei Google

Möchten Sie natur in Ihren Google-Suchergebnissen bevorzugt sehen? Ein Klick genügt.

natur als bevorzugte Quelle festlegen →

Mehr aus Erde & Umwelt

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Erde & Umwelt.

Alle Erde & Umwelt-Artikel
Erdüberlastungstag: Natürliche Ressourcen sind aufgebraucht
Erde & Umwelt

Erdüberlastungstag: Natürliche Ressourcen sind aufgebraucht

30. Juli 2026

Am 30. Juli 2026 hat die Menschheit alle natürlichen Ressourcen für dieses Jahr aufgebraucht – ab jetzt leben wir auf Kosten der Natur und kommender…

Welche Ursachen hat die Trockenheit in Europa?
Erde & Umwelt

Welche Ursachen hat die Trockenheit in Europa?

29. Juli 2026

Die europäischen Sommer werden immer trockener. Verantwortlich dafür sind neben höheren Temperaturen durch den Klimawandel auch veränderte Wettermuster.

Wilde Honigbienen landen auf der Roten Liste
Erde & Umwelt

Wilde Honigbienen landen auf der Roten Liste

24. Juli 2026

Honigbienen kommen in Imkereien, aber auch wildlebend vor. Eine Studie zeigt: Die wilden Honigbienen in der EU sind zunehmend vom Aussterben bedroht.

Schirm ohne Schutz
natur PlusErde & Umwelt

Schirm ohne Schutz

23. Juli 2026

Im Naturschutz gilt das Schirmarten-Prinzip als Abkürzung: Wird der Lebensraum einer auffälligen Spezies geschützt, sind damit gleichzeitig viele weiteren…

← Zurück zu Erde & UmweltZur Startseite