Text: Marleen Beisheim
Morgens um 5:30 Uhr mit Stirnlampe und Wathose geht es los. „Nur mit den Fußballen auftreten, nicht mit den Fersen“, rät mir Rozenn Le Fur. Aber ich bleibe trotzdem immer wieder im kniehohen Schlamm stecken. Le Fur hingegen watet wie ein Silberreiher ohne Probleme durch das Schilf. Wir spannen drei Meter hohe Netze und stellen eine Klangattrappe auf: Trrrrr, didididi. In der Dämmerung gehen wir zurück zu der kleinen Holzhütte. Wir sind in der Bretagne, an der mitten im Sumpfgebiet von Trunvel gelegenen Vogel-Beringungsstation. An der Bucht von Audierne liegen 150 Hektar Schilf, Seen und Feuchtwiesen. Feucht heißt viele Insekten; heißt wiederum nicht lustig für uns, weil Stechmücken; aber sehr interessant für ansässige Brutvögel wie Bartmeise, Blaukehlchen und Pupurreiher.





