Mit bis zu 20 Metern Länge sind sie die größten Fische der Welt: Das Verbreitungsgebiet der Walhaie (Rhincodon typus) umfasst die tropischen und teils subtropischen Gewässer der Erde. Die Riesen haben es dort auf Winzlinge abgesehen: Mit geöffnetem Maul sind sie in den oberflächennahen Bereichen unterwegs, um kleine Krebschen und anderes Zooplankton aus dem Wasser zu filtern. Wie viele Walhaie es gibt, ist zwar unklar – doch es hat sich abgezeichnet, dass ihre Bestände in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sind. Deshalb werden die Walhaie auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) als stark gefährdet eingestuft.
Tödliche Kollisionen
Eine frühere Studie hat bereits Hinweise darauf geliefert, dass der internationale Schiffsverkehr eine große Bedrohung für die gemächlich schwimmenden Riesen darstellt. Dies ging aus den Daten eines Forschungsprojekts hervor, bei dem rund 350 Walhaie mit Sendern ausgerüstet wurden, um ihre Lebensweise zu erforschen. Dabei zeigte sich, dass die Signale besonders häufig im Bereich von Schifffahrtslinien plötzlich abbrachen. Daraus schlossen die Forschenden, dass die betroffenen Individuen durch Kollisionen umgekommen und dann anschließend in die Tiefe gesunken waren. Vermutlich handelt es sich um eine wichtige, aber lange unerkannt gebliebene Ursache für die Rückgänge der Populationen.
Die aktuelle Studie des Teams um Freya Womersley von der University of Southampton basiert nun ebenfalls auf den Daten des langjährigen Forschungsprojekts. Zunächst zeigten die Forschenden anhand der Bewegungen und Aufenthaltsorte der Tiere auf, welche Wassertemperaturen diese bevorzugen. . Wie sich abzeichnet, ziehen die Tiere in kühlere Meeresbereiche, wenn die Wassertemperatur bestimmte Werte überschreitet. Dabei spielt unter anderem auch das Futterangebot eine Rolle. Anschließend sind die Forschenden dann der Frage nachgegangen, wie sich die typischen Verbreitungsgebiete der Walhaie im Zuge der Wassererwärmungen im Rahmen des Klimawandels verändern könnten.
Problematische Verlagerung
Aus ihren Modellierungen ging hervor: Wenn sich der Klimawandel weiterhin entwickelt wie bisher, werden bis zum Ende des Jahrhunderts große Teile der heutigen Verbreitungsbereiche der Walhaie ihnen keine günstigen Bedingungen mehr bieten. Aus den Berechnungen geht allerdings auch hervor, dass sich der potenzielle Lebensraum dabei nach Norden und Süden um bis zu 1000 Kilometer ausweiten wird. Wie viele andere Tierarten weltweit müssten auch die Walhaie der Verlagerung ihres Lebensraums im Zuge des Klimawandels folgen. Doch wie weitere Studienergebnisse verdeutlichten, ist dies im Fall der Meeresriesen mit einer tödlichen Gefahr verbunden.





