Indem Fischer nur ansehnliche Exemplare der Blauen Königskrabbe aus der Beringsee ( Alaska) fischen, bedrohen sie in diesem Gewässer die Existenz dieser Tierart. Dies haben russische Forscher beobachtet, als sie männliche Königskrabben der Beringsee mit denen des Ochotskischen Meeres verglichen haben.
In beiden Lebensräumen zählten die Wissenschaftler vom Kamchatka Research Institute for Fisheries and Oceanography und des Institute of Marine Biology, Far-East Branch of Russian Acadamy of Sciences in Vladivostok alle männlichen Königskrabben, denen keinerlei Gliedmaßen fehlten. In der Beringsee fanden sie nur halb so viele vollkommen intakte Exemplare wie im Ochotskischen Meer.
Wenn Krabben eines oder mehrere ihrer Beine verlieren, können die Gliedmaßen wieder nachwachsen. Bis sie sich aber vollständig regeneriert haben, sind die Tiere für die Paarung weniger attraktiv. Dadurch dass die Fischer nur die hübschen Tiere auswählen und die anderen zurück ins Meer werfen, verschiebt sich das natürliche Gleichgewicht an gesunden und beschädigten Tieren. Dies verringert die Fortpflanzungsrate und die Population schrumpft.
Die Wissenschaftler erklären den Unterschied dadurch, dass die Behringsee wesentlich stärker befischt wird als das Ochotskische Meer. Bei absolutem Fischereiverbot würde es etwa acht Jahre dauern, bis sich die Population vollständig erholt hat. Wenn aber die Fischerei in der Beringsee fortgesetzt wird, wird die Blaue Königskrabbe dort schon bald nicht mehr zu finden sein.
Cornelia Pfaff





