Die Lebensfähigkeit von Pflanzenzellen wird trotz Schäden an den so genannten Telomeren – jenen DNA-Stückchen die die Enden der Chromosomen versiegeln – kaum eingeschränkt. US-Wissenschaftler haben dies an Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand), der “Hauspflanze” der Genforscher, herausgefunden. Sie hoffen nun, möglicherweise auch die Alterungsprozesse in menschlichen Zellen besser verstehen zu können.
Pflanzengene sind den menschlichen Genen an sich sehr ähnlich. Deswegen hoffen wir, vieles von dem, was wir am pflanzlichen System lernen, auf die Humanmedizin übertragen zu können, so Dorothy Shippen von der Texas A&M University. Sie und ihr Team hatten die Telomere an den Chromosomen-Enden des Unkrauts untersucht. Wie die Fachzeitschrift Science berichtet, hatten sie gentechnisch Arabidopsis-Mutanten hergestellt, die das Enzym Telomerase nicht bildeten. Da dieses Enzym für den Erhalt der Telomere zuständig ist, gingen die Telomere in den Mutanten nach und nach verloren. Trotzdem waren die Pflanzen beinahe uneingeschränkt lebensfähig. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu den Erkenntnissen an tierischen Zellen, für die Telomere als lebenswichtig erachtet werden.
Die Telomere stabilisieren Chromosomen-Enden von Pflanzen- und Tierzellen. Mit der Zeit jedoch lösen sie sich in menschlichen Zellen auf. Seit einigen Jahren forscht man an Telomeren, denn man nimmt an, dass sie eine Schlüsselfunktion beim Krebs und generell beim Altern einnehmen.
Frieder Graef





