Selbstgepflückt vom Feld schmecken Früchte noch einmal so gut. Doch im Übereifer wird der Korb nicht selten zu vollgeladen, und zu Hause weiß man gar nicht, wohin mit dem ganzen Obst. Auch bei Gemüsekisten kann das passieren: Ehe man sich versieht, ist der Salat lasch, der Brokkoli vergilbt und manche Tomate weich. Der Supermarkt hat ebenfalls seine Tücken. Manchmal sind die abgepackten Mengen zu groß und wer mit knurrendem Magen im Laden steht, kauft schnell zu viel. Am besten satt starten und immer eine Liste mit Mengenangaben aufschreiben, damit man sich nicht verkalkuliert.
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Text: Doro Bitz-Volkmer
Selbstgepflückt vom Feld schmecken Früchte noch einmal so gut. Doch im Übereifer wird der Korb nicht selten zu vollgeladen, und zu Hause weiß man gar nicht, wohin mit dem ganzen Obst. Auch bei Gemüsekisten kann das passieren: Ehe man sich versieht, ist der Salat lasch, der Brokkoli vergilbt und manche Tomate weich. Der Supermarkt hat ebenfalls seine Tücken. Manchmal sind die abgepackten Mengen zu groß und wer mit knurrendem Magen im Laden steht, kauft schnell zu viel. Am besten satt starten und immer eine Liste mit Mengenangaben aufschreiben, damit man sich nicht verkalkuliert.
Jedes dritte Lebensmittel landet bei uns im Müll; laut Umweltbundesamt sind das 10,8 Millionen Tonnen Lebensmittel jährlich. Das meiste – satte 58 Prozent – stammt aus privaten Haushalten. Der Großteil, ein Drittel der Lebensmittelabfälle, besteht aus frischem Obst und Gemüse. Überwiegend wird es weggeworfen, weil es verdirbt oder alt und ungenießbar aussieht.
Doch um matschiges oder schrumpeliges Obst und lasches oder schimmeliges Gemüse möglichst lange zu vermeiden, gibt es ein paar Tricks.
Obst lagern
Grundsätzlich gilt: Erst kurz vor dem Verzehr waschen, sonst entsteht zu viel Feuchtigkeit, die die Ware schneller verderben lässt. Auch die Kombination der gelagerten Lebensmittel macht viel aus: So hübsch ein bunter Obstkorb aussieht, er schadet der Haltbarkeit. Denn viele Sorten – darunter Äpfel, Birnen oder Pfirsiche – sondern das Pflanzenhormon Ethylen ab, das den natürlichen Reifungsprozess ethylenempfindliche Arten wie Kiwi, Bananen oder Nektarinen schneller verderben. Diese Obstsorten deshalb besser getrennt aufbewahren – außer, man möchte deren Reifung beschleunigen. Als Faustregel für die Lagerung gilt: Was heimisch ist, sollte gekühlt werden, alles andere sollte bei Zimmertemperatur lagern. Nur frische Feigen und Kiwis mögen es auch lieber kalt.
Äpfel
Das liebste Obst der Deutschen fühlt sich in einem dunklen, trockenen und gut belüfteten Keller besonders wohl. Wer den nicht hat, kann die Äpfel auch im Kühlschrank, am besten in einem Folienbeutel mit ein paar Löchern, aufbewahren. Birnen und Pflaumen mögen ähnliche Bedingungen. Auch Trauben bleiben im Gemüsefach des Kühlschranks in einem Körbchen am längsten frisch.
Zitrusfrüchte
Orangen, Klementinen und Mandarinen büßen bei Kälte Geschmack ein. Darum sollten sie bei mäßigen Zimmertemperaturen in einer Schale oder im Schrank aufbewahrt werden. Für Zitronen und Limetten gibt es noch einen besonderen Trick: Damit sie nicht in ihrem Netz verschimmeln, legt man sie in ein Einmachglas, bedeckt sie komplett mit Wasser und stellt dies in den Kühlschrank. Das Wasser alle zwei bis drei Tage wechseln, dann hält das Obst ein paar Wochen. Das verwendete Wasser kann noch zum Blumengießen genutzt werden.
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Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Brombeeren sind besonders anfällig für Schimmel und Feuchtigkeit. Ein Trick, sie länger haltbar zu machen, ist: Exemplare, die Schimmelspuren aufweisen, aussortieren. Für die übrigen Beeren drei Tassen Wasser und eine Tasse hellen Essig in einer großen Schüssel mischen und die Beeren darin etwa eine Minute schwenken. Früchte anschließend abgießen und so lange vorsichtig unter kaltem, klarem Wasser abspülen, bis der Essiggeruch vollständig verschwunden ist. Mit Küchenpapier trocken getupft, kann man sie wieder im Kühlschrank aufbewahren. Für Himbeeren eignet sich diese Behandlung allerdings nicht; sie sollten erst kurz vor dem Verzehr gekauft werden.
Bananen
Sie mögen es hell und warm; bei Kälte leidet ihr Aroma. Wer eine Möglichkeit hat, die Bananen aufzuhängen, umso besser – dann halten sie länger.
Gemüse lagern
Auch Gemüse sollte erst kurz vor der Verarbeitung gewaschen werden. Ist Gemüse lasch geworden, kann ein Bad in kaltem Wasser wahre Wunder wirken. Das gilt etwa für Gurken, Karotten, Radieschen (alle für ein paar Stunden) und Tomaten (20 Minuten). Viele bewahren ihr Gemüse automatisch im Kühlschrank auf. Das ist aber nicht immer nötig, manchmal auch nicht sinnvoll.
Tomaten
Das Nachtschattengewächs ist ziemlich empfindlich, was Temperaturen angeht: Ist es zu warm, verfaulen Tomaten leicht. Kälte führt dagegen zu Geschmacks- und Aromaverlust sowie Schimmelbildung. Zwischen 12 und 16 Grad Celsius – etwa in einem Keller oder einer unbeheizten Vorratskammer – mögen sie es am liebsten und bleiben dabei aromatisch. Ihre weiche Schale bevorzugt einen weichen Untergrund; untergelegte Küchentücher beugen Druckstellen vor. Tomaten sollten gut belüftet gelagert werden, am besten in einer offenen Schale.
Kartoffeln
Ähnlich anspruchsvoll in Sachen Temperatur sind Kartoffeln: Sie mögen es sogar noch ein Stück kühler (4 bis 8 Grad), aber nicht zu kalt, sonst verwandelt sich die Stärke in Zucker. Damit wird die Kartoffel süß und ist nicht mehr genießbar. Bei zu warmen Temperaturen beginnt die Kartoffel auszutreiben. Die Keime enthalten das giftige Solanin und müssen deshalb unbedingt entfernt werden. Bei guten Bedingungen können Kartoffeln mehrere Monate gelagert werden. Wer jedoch keine Möglichkeit zur kühlen Lagerung hat, sollte zumindest für Dunkelheit sorgen und immer nur wenige Kartoffeln zum schnellen Verbrauch kaufen. Ebenso sollten Frühkartoffeln innerhalb von zwei Wochen verbraucht werden.
Auch Gurken mögen am liebsten einen dunklen Keller, wahlweise eine dunkle Ecke im Vorratsregal.
Karotten
Karotten packt man am besten ins Gemüsefach des Kühlschranks, idealerweise in einem luftdichten Behälter mit Küchenpapier oder einem Tuch. So wird die Feuchtigkeit aufgenommen und Schimmel verringert, gleichzeitig trocknet das Gemüse aber auch nicht aus. Das Grün der Bundkarotten sollte vor dem Lagern abgeschnitten werden, da es den Wurzeln Feuchtigkeit entzieht und sie schneller schrumpeln lässt.
Heimische Sorten
Brokkoli, Lauch, Salat, Fenchel, Kohl, Rote Bete, Sellerie und Spinat sollten ebenfalls im Gemüsefach gelagert werden. Salat und Kohl halten länger, wenn man sie in ein feuchtes Tuch wickelt.
Südliches Gemüse
Auberginen, Zucchini, Paprika oder Knoblauch bevorzugen Zimmertemperatur.
Kräuter
Frische Kräuter mit etwas Wasser benetzen und lose in einer Plastikbox oder einem Stoffbeutel im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahren. Einzig Basilikum mag es nicht kalt – am besten bei Zimmertemperatur in ein Wasserglas stellen und rasch verbrauchen.
Kreativ verwerten – Tipps für eine leckere Resteküche
Gemüsepuffer
Ob der Strunk von Brokkoli oder Blumenkohl, die Enden von Karotten und Zucchini – Gemüseabschnitte landen häufig zu Unrecht im Müll. Denn daraus lassen sich wunderbare Gemüsepuffer machen: Gemüsestücke klein hacken, etwas Mehl und ein Ei dazugeben, wenn gewünscht mit Käseresten und Quark sowie verschiedenen Kräutern würzen, Puffer formen und mit Öl in einer Pfanne braten.
Cremige Gemüsesauce
Gemüsereste mit Zwiebelwürfeln und Knoblauch in Öl anbraten, mit Flüssigkeit aufgießen, nach Belieben Gemüsebrühe und Sahne dazugeben. Pürieren, bis eine cremige Sauce entsteht, und in saubere Schraubgläser füllen.
Gemüsesuppe oder -brühe
Weich gewordenes Gemüse ergibt püriert und gewürzt, mit heißem Wasser aufgegossen und einem Schuss Sahne immer noch eine leckere Suppe ab. Alternativ kann man die Gemüsereste mit Wasser, Lorbeer, Pfefferkörnern und etwas Ingwer 1–2 Stunden kochen, abseihen und erhält eine perfekte Basis für Suppen, Soßen und Risotto.
Instant-Brühemischung
Gemüsereste schonend im Ofen trocknen, fein mahlen und mit Salz oder anderen Gewürzen, etwa Paprika oder Kreuzkümmel mischen. Ein bis zwei Teelöffel davon in heißem Wasser aufgelöst, ergeben eine würzige Instant-Brühe für Suppen, Soßen und Eintöpfe.
Gemüseauflauf
Übriggebliebenes Gemüse in Stücke schneiden, in eine gefettete Auflaufform legen, Gewürze nach Wahl zugeben, Sahne mit Eiern vermischen und darüber gießen. Eventuell mit Käseresten bestreuen und knusprig backen.
Kräuterbutter und Pesto
Welke Kräuter lassen sich etwa zu Pesto oder Kräuterbutter verarbeiten. Kräuter hacken, wenn gewünscht mit weiteren Kräutern und Gewürzen vermengen, und mit Butter mischen. In kleine Förmchen füllen, mit Frischhaltefolie abdecken und kaltstellen.
Für das Pesto Kräuter, Mandeln und Hartkäse in einem Mixer zerkleinern. Mit Öl auffüllen, bis eine stückige Paste entsteht, dann in ein sauberes Schraubglas füllen und kaltstellen.
Gemüse- und Obst-Chips
Reste oder Schalen von Kartoffeln, Süßkartoffeln, Pastinake, Karotte oder Rote Beete gründlich waschen und gut abtrocknen, mit etwas Öl und Gewürzen (Paprikapulver, Curry, Rosmarin, Thymian) vermengen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und bei 160 Grad Umluft knusprig backen.
Prima zum Naschen: Obst-Chips aus getrockneten Äpfeln, Birnen, Bananen oder auch Ananas. Wer keinen Dörrautomaten hat, kann die Obstscheiben auch im Backofen bei 50 Grad dörren, das dauert allerdings einen ganzen Tag. Damit sie lange halten, in Tüten verpacken.
Apfel- und Bananenbrot
Aus schrumpeligen Äpfeln oder braunen Bananen kann man noch ein leckeres Apfel- oder Bananenbrot backen. Dazu 250 Gramm Mehl, 50 Gramm gemahlene Nüsse, 50 Gramm feine Haferflocken und Backpulver zu einem Teig kneten. Zwei Äpfel grob zerkleinern beziehungsweise zwei Bananen zerdrücken, mit 200 Gramm Schmand, sechs zerkleinerten Datteln oder einer anderen Zuckeralternative sowie 50 Millilitern Öl vermengen und zu einem Brei verrühren, etwas Zimt und Vanille unterrühren, mit der Mehlmischung zu einem Teig verarbeiten, in eine Kastenform füllen und bei 180 Grad 40 Minuten backen.
Obst-Crumble
Ob Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Bananen – nahezu alle Obstreste eignen sich für einen schmackhaften Crumble-Nachtisch. Dafür 200 Gramm Obst in mundgerechte Stücke schneiden und in einer Auflaufform verteilen. Dann in einer Schüssel 60 Gramm Mehl, 10–20 Gramm Zucker (oder eine Alternative) und eine Prise Zimt vermischen, 30 Gramm Butter in kleine Stücke schneiden und dazugeben. Zu Streuseln verarbeiten und auf die Obststücke verteilen, bei 200 Grad Ober- und Unterhitze 30–40 Minuten backen.
Smoothie
Smoothies im Supermarkt sind teuer, also besser selbst aus Obstresten herstellen. Einfach Früchte, auch verschiedener Sorten, im Mixer oder mit dem Stabmixer pürieren, wahlweise mit Agavendicksaft süßen, in Gläser füllen und in den Kühlschrank stellen.
Weitere Tipps zur Verwertung
Rote Grütze, Obstsaft, Sorbet, Fruchtessig
Die Klassiker aus Obstresten
Marmelade, Mus, Kompott.
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