Ein amerikanisch-norwegisches Forscherteam hat die Ursache für Zöliakie und eine mögliche Behandlung ausgemacht. Menschen, die unter dieser Krankheit leiden, können das Getreideeiweiß Gluten nicht verdauen, was unter anderem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Mangelerscheinungen hervorruft.
Die Entdeckung, die die Forscher im Reagenzglas und bei Ratten gemacht haben, könnte der erste Schritt sein für eine Therapie dieser Erkrankung sein, schreiben die Biochemiker in der Fachzeitschrift Science (Bd. 297, S. 2275). Bisher hilft Zöliakie-Patienten nur eine strenge Diät.
Die Wissenschaftler um Lu Shan von der Stanford-Universität simulierten den Verdauungsprozess der Getreideeiweiße im Reagenzglas. Dabei identifizierten sie ein großes Eiweiß-Fragment aus der Gruppe der so genannten Gliadine, das bei der Verdauung von Zöliakie-Patienten nicht in kleine Stücke gespalten werden kann. Das komplette Protein ist sogar noch gefährlicher als seine Einzelbestandteile, fanden die Biochemiker, und löst Entzündungen im Dünndarm aus.
Da sie nun die Struktur des Eiweißes kannten, konnten die Forscherin und ihr Team ein Enzym finden, das das große Eiweiß in kleinere, harmlose Stücke zerteilt. Das funktionierte sowohl im Reagenzglas als auch im Verdauungssystem von Ratten. Da sich die komplexe Krankheit im Ganzen an Tieren bislang kaum simulieren lässt, wird es wohl noch lange dauern, bis die Wissenschaftler die Methode auch am Menschen testen können.
ddp/bdw – Cornelia Pfaff





