Kinder, die in den ersten zwei Lebensjahren unterernährt oder schlecht ernährt waren, zeigen im Grundschulalter deutlich geringere kognitive Fähigkeiten als ihre gut ernährten Altersgenossen. Dies belegt eine Studie von Wissenschaftlern der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.
Die Untersuchung von Douglas Berkman und seinen Kollegen fußte auf den Daten einer früheren Studie von Robert H. Gilman desselben wissenschaftlichen Instituts. Gilman und seine Kollegen hatten in den Jahren 1989 bis 1991 insgesamt 234 Kinder in der Nähe von Lima von der Geburt bis zum zweiten Lebensjahr beobachtet. Sie hatten besonders auf die Wachstumsentwicklung und auf das Vorkommen einer bestimmten Durchfallerkrankung geachtet, die gleichzeitig Ursache und Wirkung von Unterernährung ist.
Im Jahr 1999 ging Douglas Berkman dem Schicksal von 143 dieser vor über zehn Jahren beobachteten Kinder nach. Er ließ die Kinder, die mittlerweile etwa neun Jahre alt waren, einen Intelligenztest durchlaufen. Es zeigte sich, dass die Kinder, die im Kleinkindalter als unterernährt eingestuft worden waren, jetzt im Grundschulalter durchschnittlich zehn Punkte weniger auf der Intelligenzskala aufwiesen als Schulkameraden, die im frühen Kindesalter nicht unterernährt waren. Kinder, die überdies jene für Unterernährung typische Durchfallerkrankung hatten, zeigten eine nochmals um vier Punkte niedrigere Intelligenz als ihre Altersgenossen.
Die Forscher ziehen aus ihrer Studie den Schluss, dass bei der Hebung des allgemeinen Schulniveaus in Entwicklungsländern auch darauf geachtet werden müsse, ob die Kinder in ihren ersten Lebensjahren auch ausreichend und einigermaßen gut ernährt worden waren.
Doris Marszk





