Der Tyrannosaurus rex – der „König der Schreckensechsen“ – war eines der größten Raubtiere der Erdgeschichte. Der bis zu 13 Meter lange Dinosaurier jagte selbst Beute, die größer schwerer war als er, wie unter anderem Bissspuren in den fossilen Knochen von Entenschnabel-Dinosauriern belegen. Seinen Jagderfolg verdankte der T. rex seiner Wendigkeit, aber auch seiner enormen Bisskraft. Sie reichte den fossilen Bissspuren zufolge schon bei Jungtieren aus, um Knochen zu knacken. Möglich wurde dies unter anderem durch die fein gesägten, spitzen Zähne, die so scharf waren wie Steakmesser. Doch um den starken Belastungen beim Biss standzuhalten, muss auch der Schädel der Tyrannosaurier entsprechend stabil gewesen sein.
T. rex-Schädel im Bisstest
Tatsächlich haben Anfang 2019 anatomische Untersuchungen von T.rex-Fossilien enthüllt, dass der Schädel des Raubdinosauriers in seiner Struktur einzigartig war: Kein anderes Landwirbeltier besaß so viele bewegliche Knochenmodule im Kopf wie der Tyrannosaurus. Dadurch konnten sich sowohl Knochenteile beider Kopfseiten als auch Teile der Schnauze gegeneinander bewegen. Dünnere, weichere Nähte in den Knochen, aber auch Gelenke sorgten für diese Flexibilität. Die Forscher vermuteten damals, dass sie dem Raubdinosaurier dabei geholfen haben könnte, große Fleischstücke aus seiner Beute herauszureißen. Doch zur Bisskraft des kreidezeitlichen Riesen passt diese Flexibilität nur bedingt, wie nun Ian Cost von der University of Missouri und seine Kollegen erklären.
“Eine solche Schädelbeweglichkeit beim T. rex ist ein biomechanisches Paradox”, sagen die Paläontologen. “Denn stark zubeißende Tetrapoden besitzen typischerweise steife Schädel.” Um den Schädel vor zu großen Belastungen zu bewahren, muss es einen Kompromiss zwischen Beweglichkeit und Stabilität gegeben haben, so die Forscher. Ihrer Ansicht nach kann der Tyrannosaurus daher keinen so flexiblen Schädel besessen haben, wie es aufgrund der früheren Studie zunächst aussah. “Die Forscher haben dabei nur die Knochen allein berücksichtigt, nicht aber Bänder und Knorpel, die zusätzliche Festigkeit geben können”, sagen Cost und sein Team. Deshalb haben sie nun eine weitere biomechanische Studie zum Tyrannosaurier-Schädel durchgeführt. Dafür ließen sie einen virtuellen Tyrannosaurierschädel verschiedene für Reptilien und Vögel typische Bissbewegungen ausführen und ermittelten die dabei entstehenden Kräfte. Als Vorbilder dienten Papageien, die ihre Schnäbel vor und zurückbewegen können sowie Geckos, die ihre Kiefer seitwärts bewegen.





