Kritik mit einer anderen Stoßrichtung gab es aus den Reihen der Abgeordneten der konservativen EVP-Fraktion. Sie fürchten, dass der Kompromiss die Forschung mit Stammzellen fördert – die Forschung mit menschlichen Embryonen. Ähnlich argumentiert die katholische EU-Bischofskonferenz: “Tiere müssen geschützt werden, aber nicht zu Lasten menschlichen Lebens”, sagte eine Sprecherin.
Irmela Ruhdel, Fachreferentin für Tierversuche beim Deutschen Tierschutzbund lobt zwar, dass mit der neuen Regelung immerhin vor allem die Tierschutz -Standards in Süd- und Osteuropa verbessert würden. Andererseits steht aber zu befürchten, dass zum Beispiel in Deutschland die derzeit gültigen Vorschriften aufgeweicht werden. Während nämlich der ursprüngliche Entwurf noch zuließ, dass die einzelnen EU-Länder ihre eigenen, strengeren Richtlinien erstellen, dürfen mit der am 8.9.2010 beschlossene EU-Richtlinie die Mitgliedstaaten keine strengeren Tierschutzstandards mehr beschließen. Sogar bisherige Regelungen dürfen nur auf Antrag beibehalten werden.





