Der Forstwissenschaftler Bengt Ehnström von der Swedish University of Agricultural Sciences, Uppsala in Schweden betont die Bedeutung des Totholzes für das Überleben verschiedenster Insektenarten im Wald. Die Totholzmenge in den forstwirtschaftlichen Monokulturen sei wesentlich kleiner als die in natürlichen Waldökosystemen. Daher sollten beispielsweise die bei der Holzernte anfallenden Holzreste nicht aus dem Wald geräumt werden, um die Totholzmenge in den Monokulturen zu erhöhen.
Das Totholz ist wahrscheinlich das wichtigste Substrat, um die Vielfalt von Insekten, Pilzen und Kryptogamen (blütenlose Pflanzen) in den nördlichen Wäldern zu erhalten, betont Ehnström. Die Totholzmenge in schwedischen Urwäldern ist teilweise größer als 80 Kubikmeter pro Hektar, die durchschnittliche Menge in den Wirtschaftswäldern dagegen beträgt 9,7 Kubikmeter pro Hektar. Um diese Menge zu erhöhen und neuen Lebensraum für Pilze und Insekten zu schaffen empfiehlt Ehnström mehrere Methoden: Bei der Holzernte sollten von einigen Bäumen nur die Baumkronen abgeschnitten werden. Die sterbenden Baumstämme bilden später einen idealen Lebensraum für Insekten. Auch vom Wind umgeworfene Bäume sollten nicht entfernt werden.
Das Swedish National Board of Forestry plant den Totholzanteil in den schwedischen Wäldern in den nächsten zehn Jahren um fünfzig Prozent zu erhöhen.
Ralf Möller





