Dabei ist schon die Suche selbst ein starker Eingriff in das empfindliche Ökosystem des Mittelmeeres. Mit Schallkanonen sollen mögliche Ölfelder vor den Küsten ausfindig gemacht werden. Mit hohem Druck wird Luft in Richtung Meeresboden geschossen. Der dabei entstehende Schall dringt mehrere Kilometer weit in den Boden ein und das Echo, das zurückkommt, verrät, wie der Boden an welcher Stelle beschaffen ist. Die extrem lauten Wellen beeinträchtigen das Leben der im Meer massiv und das sogar in Schutzgebieten. Viele Meeressäuger orientieren sich durch Schall, suchen nach Nahrung oder kommunizieren auf diesem Weg. Alle diese lebensnotwendigen Vorgänge würden durch die anhaltende Lärmbelastung gestört. Auch innere Verletzungen, Hörschäden und Missbildungen lassen sich wahrscheinlich der steigenden akustischen Belastung im Meer zuschreiben. Im schlimmsten Fall können die Tiere durch den Lärm sterben.
Notruf aus Ibiza
Ein Zusammenschluss internationaler Organisationen hat sich in der Kampagne Silent Oceans zusammengetan und fordert jetzt gemeinsam mit OceanCare die spanische Regierung auf zu handeln. Noch bis zum 4. August sammelt die Organisation weltweit E-Mail-Proteste, die dann der spanischen Botschaft vorgelegt werden sollen. (www.silentoceans.org) Außerdem ist ein Expertentreffen mit einer Vertreterin der Regierung geplant. Sollte die spanische Regierung den Ölfirmen anstandslos erlauben, in Meeresschutzgebieten mit derart belastenden Methoden nach Öl zu suchen, erwarten die Aktivisten einen Aufschrei von Tierfreunden und Urlaubern auf der ganzen Welt. “Das ist ein Frontalangriff der Ölindustrie auf fragile Lebensräume im Mittelmeer. Für Meerestiere ist der Lärm der Erdölsuche eine tödliche Gefahr und wir setzen uns mit vereinten Kräften dafür ein, diese Pläne zu stoppen”, sagt Sigrid Lüber, Präsidentin von OceanCare.
Die Forderungen von Silent Oceans sollen die Meere weltweit vor zu großen Eingriffen schützen:





