Amphibien sind durch Pflanzenschutzmittel weitaus mehr gefährdet als bisher angenommen. Eine Studie von Forschern um Carsten A. Brühl von der Universität Koblenz Landau kommt zu dem Ergebnis, dass bereits der Einsatz empfohlener Produktmengen Grasfroschpopulationen stark dezimiert.
Die Wissenschaftler hatten die Wirkung von vier gängigen Fungiziden, zwei Herbiziden und einem Insektizid auf Grasfrösche (Rana temporaria) untersucht. Dazu setzten sie die Tiere unterschiedlichen Dosierungen der Mittel aus. Das Ergebnis: Schon bei den auf der Verpackung empfohlenen Dosierungen schwankte die Sterblichkeit der Frösche zwischen 40 Prozent nach einer Woche und 100 Prozent nach nur einer Stunde. Brühl ist alarmiert: „Es ist kaum fassbar, dass es bei Pestiziden, die das aktuell praktizierte Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel durchlaufen haben, zu direkter Mortalität bei Amphibien kommt.” Tatsächlich berücksichtigen die bisherigen Zulassungsverfahren für Pestizide bei Gewässeruntersuchungen zwar die Auswirkungen auf Kaulquappen, jedoch nicht die auf erwachsene Frösche. Deren Haut absorbiert aber aufgrund ihrer Feuchtigkeit Stoffe in viel größeren Mengen.
Brühl fordert, die Ergebnisse der Studie bei künftigen Bemühungen zum Schutz von Frosch- und Krötenpopulationen mit einzubeziehen.





