Ausbeutung, Lebensraumverlust und Klimawandel: Der Mensch schadet der Lebenswelt unseres Planeten in vielschichtiger Weise und die Bedrohungen nehmen immer weiter zu. Dies spiegelt sich deutlich in Zahlen wider: Die Internationale Rote Liste verbucht mittlerweile mehr als 42.100 Tier- und Pflanzenarten als bedroht. Das betrifft knapp 30 Prozent aller dort erfassten Spezies. Auch zu unserem eigenen Wohl ist ein konsequenter Kampf gegen das Artensterben angesagt, betont WWF-Vorstand Christoph Heinrich: „Wenn wir unsere Natur weiter in dem Tempo zerstören, gehören wir Menschen auch zu den großen Verlierern. Denn von sauberer Luft über Trinkwasser und Nahrung bis zu einer funktionierenden Wirtschaft hängt alles an der gesunden Natur. Wir brauchen sie zum Überleben.“ Um der Bedrohung „Gesichter“ zu geben, rückt der WWF zu diesem Jahreswechsel wieder einige Tierarten ins Rampenlicht, denen es 2022 schlecht ergangen ist.
Verlierer 2022
Dugong: Die Seekühe könnten bald ganz von den Küsten des Indischen Ozeans und des Westpazifiks verschwunden sein, berichtet der WWF. Die Bestände gehen stark zurück, geht aus Informationen der Roten Liste vom Dezember hervor. Im August wurde bereits vermeldet, dass die Art in China funktionell ausgestorben ist. Den gemächlich schwimmenden Meeressäugern wird eine Kombination mehrerer Bedrohungen zum Verhängnis: Sie enden oft als Beifang, werden gewildert, von Booten verletzt und finden durch die Zerstörung der Seegraswiesen immer weniger Nahrung.
Rentier: Der Bestand der weltweit größten Population von wildlebenden Rentieren ist von 417.000 im Jahr 2014 auf 250.000 Tiere eingebrochen, berichtet der WWF. Im Jahr 2000 bestand diese in der russischen Arktis lebende Population noch aus einer Million Tiere. Besonders die Folgen des Klimawandels und Wilderei bedrohen dort die berühmte Hirschart des hohen Nordens.
Schwebfliegen: Von den 890 europäischen Arten dieser ökologisch wichtigen Insektengruppe gelten nun 314 als bedroht, geht aus der neuen Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) hervor. Zu schaffen machen den kleinen Luftakrobaten vor allem der Landnutzungswandel, Pestizideinsatz und der Klimawandel.
Breitmaulnashörner: Erneut wurde deutlich, wie den Kolossen der idiotische Einsatz ihrer Hornsubstanz in der Pseudomedizin zum Verhängnis wird. In den letzten neun Jahren sind in Afrika die Bestände von Breitmaulnashörnern durch Wilderei von 20.600 auf knapp 16.000 gefallen, berichtet der WWF.
Kaiserpinguin: Für die Bewohner des äußersten Südens der Welt war 2022 ein schlechtes Jahr. Die Antarktis-Konferenz versäumte es, die größte Pinguinart als besonders geschützt auszuweisen, prangert der WWF an. Im Oktober wurde dann zudem die geplante Ausweisung von Meeresschutzgebieten im Südpolarmeer gestoppt. Die Kaiserpinguin-Kolonien werden besonders von den Folgen des Klimawandels bedroht.





