Amerikanische und englische Wissenschaftler haben Tabakpflanzen genetisch so verändert, dass sie menschliche Antikörper gegen Tollwut herstellen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der Fachzeitschrift “PNAS” (Online-Vorabveröffentlichung vom 2. Juni).
Antikörper sind bisher die einzige Möglichkeit, Tollwut effektiv zu behandeln oder ihren Ausbruch von vorneherein zu verhindern. Da diese Eiweiße nicht chemisch hergestellt werden können, mussten sie bislang aus Menschen oder Pferden isoliert werden, die sich mit dem Tollwutvirus infiziert hatten. Beide Methoden sind jedoch entweder teuer oder rufen ? im Fall der Antikörper aus Pferden ? ungünstige Reaktionen im Menschen hervor.
Nun ist es den Wissenschaftlern um Hilary Koprowski von der Thomas-Jefferson-Universität in Philadelphia gelungen, ein Gen zu entwickeln, das die Information eines menschlichen Tollwut-Antikörpers enthält. Dieses Gen fügten sie in das Erbgut der Tabakpflanzen ein und konnten nach einiger Zeit aus den Pflanzen die Antikörper isolieren.
Ein Vorteil dieser von den Tabakpflanzen produzierten Antikörper ist, dass ihre Herstellung erheblich weniger kostet. Zudem rufen sie keine unerwünschten Nebenwirkungen hervor, da sie eine für Menschen typische Signatur enthalten. Die Wissenschaftler konnten bereits in einem ersten Versuch an mit Tollwut infizierten Hamstern zeigen, dass die pflanzlichen Antikörper genauso gut funktionieren wie die menschlichen oder tierischen Eiweiße.
ddp/bdw – Stefanie Offermann





