Die bislang größte Studie zur Hormonersatztherapie an über 16.000 Frauen wurde wegen zu hoher Risiken gestoppt. Die Nachteile hätten den Nutzen überwogen, berichten die Studienleiter der “Women´s Health Initiative” (WHI) in einer Online-Vorabpublikation des Journal of the American Medical Association (JAMA). Die Studie hätte nach Plan erst im Jahre 2005 geendet.
Koordiniert durch die WHI, die mehrere Großstudien zur Gesundheit von Frauen leitet, nahmen die Probandinnen an 40 Zentren in den USA über fünf Jahre hinweg eine Kombination der Hormone Östrogen und Progestin ein. Mit dieser für Frauen nach der Menopause üblichen Hormonersatztherapie hofften die Forscher, insbesondere die Zahl an Herzattacken und Hirnschlägen zu senken. Wie sich jetzt zeigte, bewirkte die Behandlung jedoch das genaue Gegenteil: Das Risiko für Herzattacken und Hirnschläge stieg um rund ein Drittel. Auch die Brustkrebsrate lag bei den behandelten Frauen um 26 Prozent höher. Demgegenüber senkte die Therapie die Zahl der Knochenbrüche und der Erkrankungen an Dickdarmkrebs, fanden die Forscher.
“Frauen, die Östrogen-Progestin-Präparate einnehmen, sollten ein ernsthaftes Gespräch mit ihrem Arzt führen”, rät Jacques Rossouw, Direktor der WHI. Zur Behebung von kurzzeitigen Beschwerden sei die Therapie möglicherweise nach wie vor sinnvoll, nicht aber um Erkrankungen vorzubeugen.
Eine weitere Studie unter der Leitung der WHI wird dagegen fortgesetzt, bei der Frauen, die ihre Gebärmutter entfernen mussten, nur mit Östrogen behandelt werden. Progestin verwenden Ärzte bislang in der Hormonersatztherapie, um das Risiko von Gebärmutterkrebs zu senken.
ddp/bdw – Marcel Falk





