Geschwister von Osteoporosepatienten tragen ein im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sechsfach erhöhtes Erkrankungsrisiko. Das ist ein Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des Nuffield Orthopaedic Centre in Oxford.
In der bisher größten derartigen Studie wurden DNA-Proben von über 170 Familien osteoporosekranker Patienten analysiert. Das Ziel war, einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und bestimmten Genen nachzuweisen. Am deutlichsten zeigte sich eine solche Verbindung mit dem Gen für den Parathormon-Rezeptor (PTHR1). Das in den Nebenschilddrüsen gebildete Parathormon ist an der Regulation des Kalziumstoffwechsels beteiligt. Ergebnisse von Pilotstudien haben gezeigt, dass eine Behandlung mit diesem Hormon die Knochendichte verbessern und das Bruchrisiko vermindern kann.
“Einer der Hauptrisikofaktoren für Osteoporose ist das Vorkommen von Krankheitsfällen in der Familie”, sagte die Leiterin der Studie Emma Duncan der Nachrichtenagentur Reuters. Bei entsprechender genetischer Veranlagung sei zum Beispiel das Risiko einer Hüftfraktur für eine Frau doppelt so groß wie der Durchschnittswert für die weibliche Bevölkerung. “Es scheint Gene zu geben, die die Knochendichte insgesamt kontrollieren, und andere, die nur an bestimmten Orten wie Wirbelsäule oder Hüfte wirksam sind”, sagte Duncan. Eine Methode zum Nachweis einer genetischen Vorbelastung würde dem Arzt die Entscheidung darüber erleichtern, ob spezielle Untersuchungen und Vorsorgemaßnahmen sinnvoll sind.
Bei der Osteoporose ist das Verhältnis zwischen Knochenan- und -abbaurate gestört. Dadurch vermindert sich die Knochendichte und das Bruchrisiko steigt.
Joachim Czichos





