Heuschrecken laden sich durch gegenseitiges Reiben an den Hinterbeinen zu Flügen im Schwarm ein. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin “Proceedings” der Nationalen Akademie der Wissenschaft.
Die Forscher um Stephen Simpson von der Universität Oxford stimulierten Heuschrecken an elf Stellen ihres Körpers. Nur die Berührung einer bestimmten Stelle am hinteren Beinpaar löste in den Einzelgängern das Schwarmverhalten aus. Die sonst gemächlichen Heuschrecken begannen hektisch herumzukrabbeln und hatten Bedürfnis nach Gemeinschaft.
Normalerweise leben Heuschrecken recht verstreut. Außer zur Paarungszeit kümmern sie sich kaum um ihre Artgenossen. In unregelmäßigen Abständen kommt es jedoch zu Schwärmphasen. Diese beginnen mit der Flucht vieler Tiere aus vertrockneten oder überschwemmten Gebieten an freundlichere Orte.
Fällt in diesem “Exil” Regen, der die frische Vegetation sprießen lässt, entstehen ideale Bedingungen für die Larven. Die Population wird so groß, dass sich die ausgewachsenen Tiere ständig an die Hinterbeine kommen und zu schwärmen beginnen. Heuschrecken-Schwärme können ganze Landstriche kahlfressen.
Irina Lorenz-Meyer





