Strahlenschäden können nicht nur Krebs erzeugen und zu Missbildungen des Nachwuchses führen. Sie setzen sich auch über Generation hinweg fort. Dies haben Studien an Mäusen ergeben, über die englische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift “PNAS” (Band 99, Nr. 10, S. 6877) berichten. Die Ergebnisse hätten wichtige Folgen bei der Beurteilung des Strahlenrisikos für Menschen, schreiben die Wissenschaftler von der Universität in Leicester und vom Strahlenforschungszentrum in Oxon.
Für ihre Studie hatten die Forscher um Ruth Barber Mäuse mit radioaktiven Strahlen verseucht. Dadurch wurde das Erbgut der Mäuse geschädigt und es traten vermehrt so genannte Mutationen auf. Dies sind Schäden im Erbgut, die bei der Zellteilung entstehen. Der Nachwuchs der Mäuse wurde keiner Strahlung ausgesetzt. Trotzdem fanden die Forscher in den Kindern und Enkelkindern der belasteten Mäuse ähnlich hohe Mutationsraten wie bei ihren Vorfahren.
Die Forscher befürchten nun, dass sich Strahlenschäden auch beim Menschen über Generationen hinweg ansammeln können und damit die Anfälligkeit für Krebs, Unfruchtbarkeit und viele andere Leiden erhöhen. Die Ergebnisse erklärten möglicherweise, weshalb Leukämiefälle in der Umgebung der Wiederaufbereitungsanlage Sellafield zugenommen haben, vermuten die Forscher.
ddp/bdw – Florian Sander





