Sie sind bekanntlich nicht nur verhasste Plagegeister – Stechmücken gelten als die gefährlichsten Tiere der Welt: Einige Arten verbreiten Krankheiten wie Malaria, Dengue und Gelbfieber, an denen jedes Jahr mindestens eine halbe Million Menschen sterben. Um das Problem einzudämmen, wird derzeit an unterschiedlichen Strategien gearbeitet. Doch nach wie vor ist eine wichtige Waffe im Kampf gegen Stechmücken die chemische Keule: Verschiedene Wirkstoffe werden dabei auf unterschiedliche Weise eingesetzt. Eine wichtige Strategie ist, Moskitonetze oder Oberflächen mit den Wirkstoffen zu behandeln, auf denen sich die Blutsauger niederlassen. Durch den Kontakt nehmen sie die Gifte dann auf und sterben – so das Konzept.
Von wegen simple Blutsauger
Der Einsatz dieser Verfahren hat allerdings bereits zu Resistenzentwicklungen bei den Stechmücken geführt: Sie bilden stärkere Schutzschichten aus oder produzieren Wirkstoffe, die die Gifte abbauen. Bisher wurde hingegen einem weiteren möglichen Aspekt, der die Behandlungseffektivität einschränken könnte, weniger Aufmerksamkeit geschenkt: Es scheint möglich, dass Stechmücken auf der individuellen Ebene lernen können, Insektiziden aus dem Weg zu gehen. Denn es ist bereits grundsätzlich bekannt, dass Stechmücken bestimmte Erfahrungen für sich nutzen können. Beispielsweise können sie lernen, zuvor unbekannte Düfte mit einer Chance auf eine Blutmahlzeit zu verbinden. Im Rahmen ihrer Studie haben die Forscher um Seynabou Sougoufara von der Keele University (UK) nun den gegenteiligen Effekt ausgelotet: Lernen Stechmücken bestimmte Gerüche mit einer subletalen Vergiftung zu verknüpfen?
Sie führten dazu Versuche mit zwei berüchtigten Stechmückenarten durch: der Gelbfiebermücke Aedes aegypti und der Südlichen Hausmücke Culex quinquefasciatus. Sie setzten dabei einige der Tiere in Gefäße mit Papierstreifen, auf denen sich nicht tödliche Dosen der gängigen Anti-Mücken-Pestizide Malathion, Propoxur, Deltamethrin, Permethrin und Lambda-Cyhalothrin befanden. Obwohl die Tiere dies scheinbar unbeschadet überstanden, ist davon auszugehen, dass sie die Gifte spürten – es ging ihnen vermutlich schlecht. Als Kontrolle dienten Mücken, die in den gleichen Gefäßen ausharren mussten – allerdings ohne Gift. Stattdessen war das Papier dort mit harmlosem Öl getränkt. Anschließend führten die Forscher Experimente durch, um zu untersuchen, inwieweit die behandelten Mücken auffälliges Verhalten bei unterschiedlichen Konfrontationen mit den Pestiziden zeigten.





