Eine Injektion von Stammzellen in die Augen lindert bei Mäusen die zur Erblindung führende Augenkrankheit Retinitis pigmentosa. Das haben amerikanische Wissenschaftler gezeigt. Die Zellen bremsen offenbar die durch die Krankheit ausgelöste Zerstörung der Netzhaut, wie der Online-Dienst des Fachmagazins Nature berichtet.
Die Wissenschaftler um Martin Friedlander vom in Kalifornien hatten aus dem Knochenmark erwachsener Mäuse Stammzellen entnommen. Diese spritzen sie in den Glaskörper der Augen von neugeborenen Tieren, die eine Variante der Krankheit Retinitis pigmentosa in sich trugen. Die Krankheit hatte die Augen bis dahin noch nicht beschädigt. Durch die Behandlung ließ sich die Zerstörung der Netzhaut eindämmen ? insbesondere die Schäden an den Zapfen im Auge. Das sind Sehzellen, die für die Farbwahrnehmung und das Scharfsehen verantwortlich sind. Die behandelten Mäuse reagierten auf Lichtreize, während nicht behandelte Nager vollständig erblindeten.
Wie die Stammzellen wirken, ist noch unklar. In vorangegangenen Versuchen hatte das Team um Friedmann bereits gezeigt, dass Stammzellen die Neubildung von Blutgefäßen im Auge fördern können. In diesem Fall waren zudem die Mengen bestimmter Proteine und Faktoren erhöht, die den Zelltod verhindern. Die Wissenschaftler wollen nun möglichst schnell nachweisen, dass ihre Therapie keine Gefahr für den Menschen birgt, um sie in klinischen Untersuchungen zu testen. Friedlander hofft, bereits in einem Jahr soweit zu sein.
In Deutschland sind davon 30.000 bis 40.000 Menschen von Retinitis pigmentosa betroffen. Therapieren lassen sich bisher nur einige seltene Sonderformen. Für die restlichen Fälle gibt es noch keinen Weg, die Krankheit aufzuhalten oder zu heilen.
ddp/bdw ? Barbara Witthuhn





