Experimente mit embryonalen Stammzellen stoßen häufig auf ethische Bedenken, da zu ihrer Gewinnung Föten abgetötet werden müssen. Die meisten Wissenschaftler sind jedoch der Meinung, dass die Forschung mit diesen Zellen unverzichtbar ist, da sich aus ihnen jeglicher Typ anderer Zellen züchten lässt. Dies würde in Zukunft vielleicht die Heilung von Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer ermöglichen.
Ein Ausweg aus dem Dilemma könnte die Entdeckung einer neuen Art von Stammzellen sein. Britische Forscher der Kingston University um Colin McGuckin und Nico Forraz fanden sie im Blut der Nabelschnur. Die „cord-blood-derived embryonic-like stem cells” (CBEs) sind zwar nicht ganz so ursprünglich wie embryonale, jedoch weitaus vielseitiger als adulte Stammzellen. Die CBEs verfügen über einen Großteil der Oberflächenstrukturen, die als Kennzeichen embryonaler Stammzellen gelten.
Im Labor ist es den Wissenschaftlern bereits gelungen, aus den CBEs Leberzellen zu entwickeln. Außerdem haben die Forscher laut McGuckin nachgewiesen, dass sich die neue Zellart in die drei fundamentalen Zelltypen verwandeln kann, aus denen jegliches Gewebe entsteht (endodermale, ektodermale und mesodermale Zellen). Von entscheidender Bedeutung sei aber vor allem, dass Blut aus der Nabelschnur ohne ethische Bedenken gewonnen werden könne. Zudem sei es einfach zu lagern und auch zu verarbeiten.





