Bei alten Rinder-, Schweine-, Ziegen-, Hühner- und Schafrassen sieht es ähnlich aus. In Deutschland umfasst die Rote Liste der Nutztiere mittlerweile 103 Rassen. “Die Einschränkung der Nutzung auf wenige Rassen ist nicht nur hierzulande ein Problem”, erläutert Matthias Meissner, Referent für Landwirtschaft beim WWF. Weltweit gelten mehr als die Hälfte Nutztierrassen als gefährdet. Mit den Tieren sterbe ein Stück kultureller und biologischer Vielfalt. Um diese Entwicklung zu stoppen, machen sich WWF und GEH dafür stark, Nutztiere zu erhalten, die an die Region, die Böden und die jeweilige Landschaft angepasst sind. “Fleisch von alten Haustierrassen kann preislich nicht mit der Massenware aus den industriellen Großbetrieben mithalten. Immer mehr Konsumenten legen jedoch gerade beim Fleisch auf eine ökologische Produktion”, so Matthias Meißner. Der WWF sieht für die alten Haustierrassen durchaus Chancen, allerdings müsse sich die Agrarpolitik stärker als bisher um ihren Erhalt kümmern und zum Beispiel die regionale Vermarktung fördern. “Wir wollen keine Zoos für Haustiere, sondern wir wollen alte Nutztierrassen nutzen”, unterstreichen GEH und WWF. Insbesondere in der Landschaftspflege und beim ökologischen Landbau ergäben sich große Potenziale, um alte Haustierrassen wirtschaftlich attraktiv zu machen.
Foto: Carnemolla / GEF




