Für ihre Studie sammelten die Forscher zunächst Insekten und Tausendfüßler aus Probenstellen in New Yorker Parks und von Mittelstreifen der Straßen und bestimmten die Artenvielfalt. Dann begann das eigentliche Experiment: Die Forscher deponierten eine bestimmte Menge von typischen Essensabfällen, darunter Chips, Reste von Hot-Dogs und Keksen, an einigen Standorten in Parks und auf Mittelstreifen. Eine Hälfte dieser Häufchen wurde mit Käfigen überdeckt, damit nur Insekten sie erreichen konnten, nicht aber Ratten und anderer größere Tiere. Die restlichen Abfälle blieben frei liegen. Nach 24 Stunden kontrollierten die Forscher, wie viel inzwischen gefressen oder weggetragen worden war.
60.000 Hot Dogs im Jahr – in nur einer Straße
Das Ergebnis war überraschend: Die Häufchen mit Essensabfällen waren auch in den Käfigen drastisch geschrumpft. “Unseren Berechnungen nach fressen Insekten und andere Gliederfüßer allein im Mittelstreifen von Broadway und West Street mehr als 900 Kilogramm weggeworfenes Junk-Food pro Jahr”, berichtet Youngsteadt. “Das entspricht immerhin 60.000 Hot Dogs.” Und bei dieser Menge sei eine Winterpause bereits mit eingerechnet. Nach Ansicht der Forscher demonstriert dies, wie wichtig auch oft eher als lästig geltende Insekten in der städtischen Umwelt sind. “Dies unterstreicht einen sehr realen Dienst, den diese Insekten uns erweisen: Sie beseitigen unseren Müll für uns”, so Youngsteadt.
Und noch etwas überraschte die Forscher: Am schnellsten verschwanden die Abfälle nicht etwa im Park, wo die Artenvielfalt der Insekten deutlich höher ist, sondern auf dem Mittelstreifen der Straßen. “Wir vermuten, dass das an der häufigsten Art der Mittelstreifen liegt, der Gemeinen Rasenameise (Tetramorium caespitum)”, sagt Youngsteadt. Diese ursprünglich in Europa heimische Ameisenart hat sich inzwischen auch in Nordamerika etabliert und kommt dort vor allem in den Städten vor, wo ihre Kolonien gerne unter Gehwegplatten siedeln. Die Allesfresser sind damit perfekt daran angepasst, von den Essensresten und Abfällen der Stadtbewohner zu leben.
Die Ameisen und anderen Stadtinsekten sind dabei sogar doppelt nützlich, wie die Versuche zeigten. Denn sie machen sogar den Ratten Konkurrenz. “Raten und Ameisen konkurrieren um die menschlichen Abfälle – und was die Ameisen fressen steht den Raten nicht mehr zur Verfügung”, erklärt Youngsteadt. “Damit helfen die Ameisen nicht nur, unsere Städte sauberer zu halten, sie begrenzen auch die Populationen von Ratten und anderen Schädlingen.”





