In Blut löslicher Kunststoff soll das Überleben in sauerstoffarmer Umgebung ermöglichen. Den Kunststoff haben Forscher und Ärzte der amerikanischen Universität Pittsburgh entwickelt, die damit Patienten mit akutem Sauerstoffmangel der Organe helfen wollen. Möglicherweise eignet er sich aber auch für Bergsteiger, die persönliche Höhenrekorde aufstellen wollen. Das ergaben zumindest entsprechende Tierversuche, berichteten die Mediziner auf einem Treffen der Amerikanischen Akademie für künstliche innere Organe.
In vorklinischen Studien haben Chirurgen den Kunststoff mit dem Namenskürzel “DRG” (drag reducing polymer) in eine Vene der Schwanzspitze von Ratten gespritzt. Anschließend gaben sie die Tiere in eine künstliche, sauerstoffarme Atmosphäre, die etwa den Luftverhältnissen auf der Spitze eines siebentausend Meter hohen Berges entspricht. Normalerweise stirbt unter diesen Bedingungen etwa jede zweite Ratte. Die zuvor behandelten Versuchstiere blieben jedoch wohlauf.
Offenbar verbessert der Kunststoff die Fließeigenschaften des Blutes, wodurch es mehr Sauerstoff in die inneren Organe tragen kann. Zu möglichen Nebenwirkungen äußerten sich die Mediziner jedoch nicht. Der Verträglichkeit kommt aber sicher zugute, dass bereits sehr geringe Mengen der Verbindung reichen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
ddp/bdw – Andreas Wawrzinek





