Eine neue Studie in den USA, durchgeführt vom Diabetes Prevention Programm (DDP), hat gezeigt, dass sich gegen die Entstehung von Diabetes Typ II turnen und fasten lässt. In einer Untersuchung von mehr als 3.000 übergewichtigen Amerikanern mit verminderter Glucose-Toleranz reduzierte ein tägliches dreißigminütiges Bewegungsprogramm – begleitet von gemäßigtem Gewichtsverlust – das Risiko um fast 60 Prozent.
Im Gegensatz zum Diabetes Typ I, der sich meist schon im Kindes- oder Jugendalter ankündigt, ist der so genannte Altersdiabetes Typ II oft eine Folge von Übergewicht und ungesunder Lebensweise. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, an dieser Form der Diabetes zu erkranken, in den Bevölkerungsgruppen sehr verschieden. So leben Afroamerikaner im Vergleich zu weißen Amerikanern mit einem 60 Prozent höheren Risiko, und Erwachsene spanischer Abstammung tragen sogar ein um 90 Prozent erhöhtes Risiko.
Doch viele Krankheitsfälle könnten ganz einfach vermieden werden, wie Tommy Thompson vom National Institutes of Health äußerte. Ein gemäßigtes, regelmäßiges Sportprogramm von 30 Minuten täglich, verbunden mit einer gesunden, fettreduzierten Ernährung, senkt nach den Ergebnissen einer Studie das Krankheitsrisiko effektiver als Medikamente.
Um den sportlichen Vergleich anzutreten, unterteilten die Forscher über 3.000 Amerikaner mit verminderter Glukose-Toleranz in drei Gruppen. Teilnehmer der ersten Gruppe unterzogen sich einem regelmäßigen Sportprogramm und senkten ihr Gewicht durch eine entsprechende Diät, während die Probanden der zweiten Gruppe das Medikament Metformin in einer zweimal täglichen Dosierung von 850 mg einnahmen. Die Kontrollgruppe bekam statt Metformin ein Placebo.
Bei Auswertung der dreijährigen Studie ergab sich ein klarer Vorteil des Sportprogramms gegenüber der medikamentellen Behandlung. Während die Probanden der Kontrollgruppe zu 29 Prozent an Diabetes erkrankten, senkte die Medikamenteneinnahme das Risiko auf nur 22 Prozent. Turnen und Fasten jedoch hatte den durchschlagendsten Erfolg: Lediglich 14 Prozent dieser Teilnehmer erkrankten innerhalb der drei Jahre. Durch einen gesünderen Lebensstil ließen sich somit viele gesundheitliche Probleme vermeiden.
Dr. Dagmar Knopf





