Ausdauer-Sport vor dem Tauchen senkt das Risiko, eine Dekompressions-Krankheit zu erleiden. Das legen Versuche norwegischer Forscher an Ratten nahe. Die Ergebnisse veröffentlicht das Fachmagazin Journal of Physiology (Bd. 537, S. 607).
Die Wissenschaftler um Alf Brubakk von der Universität für Wissenschaft und Technik in Trondheim ließen Ratten über verschiedene Zeiträume in einem Laufrad schwitzen. Danach simulierten sie mit den Tieren in einer Druckkammer einen Tauchgang in 60 Meter Tiefe. Für untrainierte Tiere war das zu viel: Der Stickstoff, der sich unter hohem Druck im Blut gelöst hatte, bildete gefährliche Blasen. Bei trainierten Ratten dagegen blieb der Stickstoff im Blut gelöst. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Tiere nur am Tag vor dem Tauchgang oder während der vergangenen sechs Wochen trainiert hatten.
Die Forscher vermuten, dass für den Effekt das Signalmolekül Stickoxid verantwortlich ist. Die Substanz regelt die Atmung und den Blutfluß und wird beim Sport vermehrt produziert. Zudem gebe es Hinweise darauf, dass Stickoxid die innere Oberfläche von Blutgefäßen “glatter” mache, sagt Brubakk. Dadurch können sich Blasen nur noch schwer bilden, die ähnlich wie Kristalle einen “Kristallisationskern” brauchen.
Beim Menschen ist die maximale Tauchtiefe, aus der er direkt auftauchen kann, 30 Meter. Taucht man aus größerer Tiefe zu schnell auf, führt dies in vielen Fällen zur Dekompressions-Krankheit: Stickstoff-Blasen lösen sich aus dem Blut und können ins Koma und in den Tod führen. Bislang raten Fachleute eher vor Anstrengung vor dem Tauchgang ab.
Marcel Falk





