Die Raupen eines Ringelspinners (Malacosoma americanum) sowie die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) sind möglicherweise die Auslöser für ein Fohlensterben in Kentucky, USA. Das vermuten Wissenschaftler von der Universität Lexington in Kentucky, berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press.
Die frühere Theorie von Pilzgiften im Gras habe sich nach Labortests nicht bestätigt, sagt Steve Jackson, ein Experte für Pferdeernährung. Jetzt haben die Forscher ihr Augenmerk auf eine Raupe gerichtet. “Wir sehen in dem Gebiet tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Vorkommen der Ringelspinnerraupe, der Spätblühenden Traubenkirsche und dem Fohlensterben”, berichtet Scott Smith vom UK College Of Agriculture. Die Spätblühende Traubenkirsche produziert zyanidähnliche Verbindungen und ist die bevorzugte Nahrungsquelle der Raupen.
Bei der Raupentheorie bleiben aber dennoch Fragen offen. “Wir verstehen nicht genau, wie sich die Gifte in den Raupen anhäufen und in die Pferde gelangen können, falls sie das überhaupt tun,” sagte Smith.
Seit dem 28. April sind bereits 528 tote Fohlen im Gluck Equine Research Center abgegeben worden. Die Todesfälle bei Fohlen haben um ein Vielfaches zugenommen. Schätzungen zufolge soll es im Jahr 2002 in Kentucky 30 bis 40 Prozent weniger Fohlen geben. Die 1,2 Milliarden Dollar schwere Vollblut-Pferdezucht werde über die nächsten Jahre einen Verlust von Hunderten von Millionen Dollar zu verzeichnen haben.
Rahel Plüss





