In den letzten 20 Jahren hat sich in Großbritannien die Selbstmordrate bei jungen Männern zwischen 15 und 19 Jahren um 72 Prozent erhöht. Diese alarmierende Zahl hat Mike McClure vom englischen Chelsea and Westminster Hospital im “British Journal of Psychiatry” veröffentlicht (Bd. 178, S. 469).
Es gibt so etwas wie eine Krise bei den jungen Männerm, sagte McClure gegenüber BBC News. “Es ist immer etwas gefährlich, nur eine Ursache zu benennen, aber bei dieser Krise handelt es sich wahrscheinlich ganz allgemein um eine Vertrauenskrise der jungen Männer.” Schuld am Vertrauenslust könne vielerlei sein: zerrüttete Familien, gescheiterte Partnerschaften, psychische Probleme, Arbeitslosigkeit oder auch Verwicklung in kriminelle Handlungen, aus denen es scheinbar keinen Ausweg gibt.
McClure vermutet, dass die Zahl der Selbstmorde noch höher ist als in der offiziellen Statistik, die seinen Untersuchungen zu Grunde lag: Wenn es den Umständen nach auch ein Unfall gewesen sein könnte, geben Ärzte oftmals nicht Suizid als Todesursache an.
Die mittlerweile bevorzugte Selbsttötungsart bei jungen Männern ist das Erhängen. In früheren Jahren haben sich junge Männer eher durch ins Auto geleitete Auspuffgase umgebracht. Ganz allgemein neigen Männer nach Erkenntnissen von McClure eher zu Tötungsarten, die mit Gewalt verbunden sind, während Frauen sich eher für die Überdosis eines Medikaments entscheiden. “Frauen haben ein Bild von sich, wie sie als Tote aussehen. Sie möchten gern so schön aussehen wie Schlaf.”
Joris Maling





