natur: Herr Korschefsky, Sie arbeiten als Projektleiter für das Artenhilfsprogramm Wiesenbrüter in Bayern am Bayerischen Landesamt für Umwelt an der Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen. Wie muss man sich Ihre Arbeit konkret vorstellen?
Tim Korschefsky: So vielfältig wie die Welt der Wiesenbrüter. Wichtig für einen effizienten Schutz der Vögel ist eine belastbare Datengrundlage zu Brutbeständen und Reproduktionserfolgen. Das LfU initiiert und begleitet daher verschiedene Monitoring-Aktivitäten – so findet beispielswiese jährlich eine Bestandserfassung wiesenbrütender Vogelarten im Altmühltal statt. Das Wiesmet in den Landkreisen Weißenburg-Gunzenhausen und Ansbach, beherbergt eine der letzten und gleichzeitig die größte Uferschnepfenkolonie Süddeutschlands. Im letzten Jahr haben wir dort in Zusammenarbeit mit allen lokalen Akteuren eine Steuergruppe initiiert, die für einen engen Austausch aller Beteiligten sorgt, Maßnahmen abgestimmt umsetzt und somit dem drohenden Aussterben der Uferschnepfe vorbeugen soll.
Wie beurteilen Sie den Einsatz der vielen Freiwilligen im Wiesenbrüterschutz?
Deren Betreuung liegt mir besonders am Herzen. Ohne die vielen zum Teil ehrenamtlichen Helfer ließe sich diese Herkulesaufgabe nicht meistern. Um hier neue Mitstreiter zu gewinnen und den bereits vorhandenen etwas zurückzugeben, veranstaltet das LfU in Kooperation mit der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege jährlich die Wiesenbrüterberaterschulung, wo wir umfassende Kenntnisse zum Wiesenbrüterschutz vermitteln. Ich koordiniere zudem den Informationsaustausch zwischen den Akteuren im Wiesenbrüterschutz in Bayern und berate sie fachlich. Und was mich freut: ich habe noch Zeit für Ortseinsichten im Gelände.
Welche Schutzmaßnahmen haben sich bisher als erfolgreich herausgestellt, um den negativen Bestandstrend aufzuhalten?
Bewirtschaftungsruhe und hohe Grundwasserstände auf (Moor)Wiesen zur Brutzeit, Beseitigung von Gehölzen oder das Fernhalten von Störungen, die etwa von Spaziergängern, Radfahrern und Hunden ausgehen, sind wichtige Beispiele. Diese Maßnahmen erfordern einen hohen Personalaufwand. Die intensive Betreuung von Wiesenbrütergebieten und ein enger Kontakt zu den Landwirten sind essentielle Grundpfeiler unsere Bemühungen. In gut betreuten Gebieten ist die Chance ungleich höher, den Abwärtstrend des Wiesenbrüterbestands aufzuhalten.







