Ein spezieller Nerv hilft Weinbergschnecken, sich beim Eierlegen nicht zu verausgaben. Er registriert die Menge reifer Eier in den Keimdrüsen der Schnecken und signalisiert den richtigen Zeitpunkt für die Ablage. Das berichten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Journal of Experimental Biology (Bd. 206, S. 3913, doi: 10.1242/jeb.00625).
Tomasz Antkowiak und Ronald Chase von der McGill-Universität in Montreal untersuchten die Funktion eines Nervs, der dicht entlang der Geschlechtsorgane der Schnecke verläuft. Dieser Nerv reagiert auf das Wachstum der Keimdrüsen mit Signalen. Je größer die Keimdrüsen sind, je mehr reife Eier es also gibt, desto stärker werden die Signale.
Auf diese Weise “zählt” der Nerv die reifen Eier. Seine Signale beeinflussen die Herzaktivität der Schnecken, die auch beim Eierlegen steigt. Antkowiak und Chase gehen daher davon aus, dass diese Nervensignale die Ablage der Eier mit auslösen.
Eierlegen bedeutet für die Schnecken harte Arbeit und hohes Risiko. Die Zukunft der nächsten Generation liegt in einem einzigen Gelege. Schnecken legen daher nur Eier, wenn die Größe des Geleges einen Schwellenwert übersteigt, ab dem der Nutzen für die Fortpflanzung den Aufwand rechtfertigt. Welche Prozesse die Eiablage bei Weinbergschnecken steuern, war bislang unbekannt.
ddp/bdw ? Katharina Vogelmann





