Entzündungen können in benachbarten, gesunden Geweben Schmerzen hervorrufen. Wie zwei unabhängige Forschergruppen in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins ” Nature” (Bd. 410, Nr. 6927, S.471?475) berichten, sind dafür Prozesse im Gehirn verantwortlich. Schmerzmittel, die leichter ins Gehirn gelangen, müssten daher besser wirken, glauben die Wissenschaftler.
Das entzündete Gewebe gibt Botenstoffe ab, die mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen. Dort veranlassen sie, dass mehr von dem Enzym Cyclooxygenase II (COX2) hergestellt wird. Dies fanden sowohl das Team um Clifford J. Woolf vom Massachusetts Krankenhaus und der Harvard Medical School in Charlestown als auch Anders Blomqvist von der schwedischen Universität Linköping und seine Kollegen heraus. COX2 steuert dann den Entzündungsschmerz über Botenstoffe, wie Prostagladine.
Aspirin und andere Schmerzmittel, die nicht zu den Steroiden gehören (NSAID), hemmen das Enzym COX2, das auch im entzündeten Gewebe gebildet wird. Nach dieser Studie ist für die Wirkung der Schmerzkiller aber vor allem wichtig, wie gut die Medikamente die Blut-Hirn-Schranke überwinden können.
Marianne Diehl





