Durch eine neu entwickelte Schluckimpfung lässt sich die Übertragung von HIV-ähnlichen Viren per Geschlechtsverkehr verhindern. US-Forscher haben die Behandlung erfolgreich an Affen getestet, die ohne Impfung sonst an AIDS-ähnlichen Symptomen erkrankt wären. Nun sollen Tests am Menschen folgen.
Raul Andino von der University of California hatte einer Affengruppe den Impf-Cocktail aus Fragmenten des so genannten Simian Immunodeficiency Virus (SIV) – einem HIV-Verwandten – verabreicht. Die andere Affengruppe bekam keine Impfung.
Nach nur 48 Wochen Dauerverabreichung der stark ansteckenden SIV-Viren waren alle nicht geimpften Affen an SIV erkrankt, berichtet der Forscher im Journal of Virology. “Über 30 Millionen Menschen sind HIV-infiziert. Nur eine sichere, wirksame und günstige Impfung kann letztlich die weltweite Ausbreitung eindämmen”, sagt Andino.
In 80 Prozent der Fälle wird HIV mit dem Geschlechtsverkehr übertragen, schätzen die Forscher. Daher hatten sie die Immunisierung der Schleimhaut als mögliche Gegenmaßnahme untersucht. Die meisten bislang getesteten Impfungen versagten jedoch und konnten keine Barriere gegen die Erreger aufbauen. Der neue Impfstoff hingegen enthält Komponenten des Poliovirus, die eine lang andauernde Schleimhaut-Immunisierung zur Folge haben. Fast das gesamte Erbgut des SIV steckt in dem Impfstoff. Doch man schätzt ihn trotzdem als sicher ein, da ihm wichtige Genteile fehlen und es in kleinen Fragmenten vorliegt.
Frieder Graef





