Nicht nur Menschen lassen sich beim Fernsehen von Gefühlen mitreißen. Auch Schimpansen freuen oder fürchten sich, wenn entsprechende Szenen auf dem Bildschirm ablaufen. Das ergaben Untersuchungen, über die Lisa Pfarr vom Yerkes-Primatenzentrum in Atlanta im Magazin “Animal Cognition” berichtet.
Die Forscherin zeigte den Schimpansen Videos, auf denen ein Tierarzt einem Artgenossen eine Spritze verabreichte oder sich ein Arzt einem Tier mit einem Betäubungsgewehr näherte. Die Hauttemperatur der Schimpansen nahm während dieser Szenen deutlich ab ? bei Affen wie bei Menschen ein Zeichen von Furcht oder Traurigkeit.
Auch ein zweites Experiment am Primatenzentrum belegt, dass Affen auf Fernsehbilder emotional reagieren. Einige Schimpansen hatten gelernt, auf einem Bildschirm eines Rechners Bilder mit Hilfe eines Joysticks so anzuordnen, dass aus Sicht der Tiere zusammengehörende Bilder nebeneinander liegen. In einem Versuch spielte die Forscherin den Tieren in einer Ecke des Monitors Videos vor. Anschließend konnten die Schimpansen dem Video verschiedene Affengesichter zuordnen.
Sahen die Tiere unerfreuliche Szenen, ordneten sie dem Video Affengesichter mit einem Ausdruck von Furcht zu. Videos von Leckereien bekamen hingegen ein glückliches Gesicht. Das zeige deutlich, dass Schimpansen auf Fernsehszenen mit Gefühlen reagieren, als wären sie selbst bei dem Gezeigten dabei, erklärt die Forscherin.
Andreas Wawrzinek





