Von RALF STORK
Unter den Säugetieren ist die Gruppe der Fledermäuse einzigartig. Da ist die Sache mit dem Fliegen, klar. Das können Primaten, Nagetiere, Unpaarhufer und all die anderen nicht. Aber rein äußerlich betrachtet sind es nicht unbedingt die Flughäute, die Fledermäuse so besonders machen. Der Anblick von Flügeln in den unterschiedlichsten Formen und Größen ist uns schließlich von anderen Warmblütern vertraut. Aber diese Gesichter. Bei jeder Art ist mindestens ein Merkmal völlig anders als bei allen anderen Tieren: Viele haben große, nackte Ohren, zum Teil durch Hautfalten und Vorsprünge vergrößert. Beim Braunen und beim Grauen Langohr sind die Ohren fast so lang wie der Körper. Die Große Hufeisennase dagegen trägt in der Mitte des Gesichts ein knorpeliges Gebilde mit einer Hufeisenförmigen Basis, einem Loch in der Mitte und einer spornartigen Ausstülpung weiter oben. Die Europäische Bulldoggenfledermaus wiederum hat eine Oberlippe, die fünfmal gefaltet ist. Die besonderen Gesichtsmerkmale sind Teil des einzigartigen Orientierungssystems der Fledermäuse: Sie verlassen sich kaum auf ihre Augen, sondern erstellen mithilfe von Echoortung ein akustisches Bild ihrer Umwelt.





