Wie aggressiv Reinigungsprodukte wirken können, bekam Markus Sturm als Studierender zu spüren. Als er sich der Literatur und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin widmete, reinigte er nebenher Wohnungen, um sich zu finanzieren. In den Bädern musste er einen starken Kalkreiniger benutzen. Dabei stieg ihm immer ein stechender unangenehmer Geruch in die Nase, erinnert er sich. „Irgendwann wurde mir richtig schwindelig davon. Das war der Moment, in dem ich beschlossen habe, dass es umwelt- und gesundheitsschonender gehen muss“, erzählt der Berliner, der daraufhin sein eigenes Reinigungsunternehmen gründete.
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Text: Susanne Donner
Wie aggressiv Reinigungsprodukte wirken können, bekam Markus Sturm als Studierender zu spüren. Als er sich der Literatur und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin widmete, reinigte er nebenher Wohnungen, um sich zu finanzieren. In den Bädern musste er einen starken Kalkreiniger benutzen. Dabei stieg ihm immer ein stechender unangenehmer Geruch in die Nase, erinnert er sich. „Irgendwann wurde mir richtig schwindelig davon. Das war der Moment, in dem ich beschlossen habe, dass es umwelt- und gesundheitsschonender gehen muss“, erzählt der Berliner, der daraufhin sein eigenes Reinigungsunternehmen gründete.
Das Geschäft mit der Hygiene
Die Industrie lockt mit dem Versprechen, für jeden Fleck das perfekte Mittel parat zu haben. Die Regale in den Drogerien quellen über: Mittel gegen den Schmutz im Backofen oder auf dem Ceranfeld, Spezialprodukte fürs Parkett genauso wie für die Fliesen, Glasreiniger für die Dusche ebenso wie Tiefenreiniger fürs WC.
2021 wurden in Deutschland rund 1,5 Millionen Tonnen Wasch- und Reinigungsmittel gekauft. Doch vielen ist nicht klar: Ein Teil der Substanzen aus diesen Produkten gelangt in die Luft ihrer Innenräume und über die Atemwege in ihre Körper. 2022 zeigten Forschende aus den USA, dass nach dem Wischen eines Raums mit wohlriechenden Reinigungsmitteln genauso viele schädliche Aerosole – unsichtbare Teilchen aus Fremdstoffen – in der Luft liegen wie an einer befahrenen Straße. Die nach dem Putzen zurückbleibenden Aerosole bestehen aus unterschiedlichen und bedenklichen chemischen Stoffen. Darunter sind etwa freie Radikale, die bei direktem Kontakt das menschliche Gewebe schädigen. Sie steigen beim Wischen nur nanometergroß in die Luft, sodass sie beim Einatmen tief ins Lungengewebe vordringen können.
Schon 2018 wiesen andere Wissenschaftler anhand europäischer Daten darauf hin, dass Frauen, die zu Hause putzen oder als Reinigungskraft tätig sind, tendenziell eine schlechtere Lungenfunktion haben als andere. Gemessen wird bei einem solchen Test unter anderem, wie viel Luft eine Person maximal ein- und ausatmen und wie viel Atem sie je Sekunde ausstoßen kann.
Offensichtlich wird das Risiko aber meist nur am Einzelfall: Sensible Personen beginnen beim Einatmen versprühter Reinigungsmittel oder deren Dämpfe zu husten oder zu niesen, weil die Mixtur ihre Schleimhäute reizt. Andere reagieren auf Duftstoffe in Reinigungsmitteln allergisch. Reinigungspersonal hat nicht selten mit Hautproblemen zu kämpfen, etwa einem Kontaktekzem, bei dem die Haut an den Händen ovale Löcher bekommt. Der häufige Kontakt mit Putzmitteln ist ein anerkannter Risikofaktor für dieses Leiden. Tenside, Säuren und Laugen, aber auch verschiedene Alkohole in den Produkten greifen die schützende Fettschicht der Haut an.
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Damit aber nicht genug: Mit dem Abwasser fließen Reinigungsmittel zwar in Kläranlagen, können dort jedoch nur bedingt entfernt werden. Immer fließt ein Teil der Stoffe in die Gewässer weiter, bedroht dort die Tier- und Pflanzenwelt, erreicht über Bewässerung sowie die Nahrungskette Flora und Fauna auf dem Land und am Ende wiederum den Menschen. Und bei allen Inhaltsstoffen von Reinigungsmitteln gilt: Es handelt sich um Fremdstoffe, die potenziell schaden können – allein die Dosis macht das Gift.
Nur wenige Arten von Reinigungsmitteln nötig
Markus Sturm und seine inzwischen über 20 Beschäftigten stellen sich als „Bioputzer“ dem Trend zu immer mehr Chemie entgegen. „Reinigungsmittel brauchen keine Duftstoffe und auch viele andere Chemikalien darin sind überflüssig“, sagt er. „Oft geht es mit den Klassikern wie Soda – ein Salz, das auch als Natriumcarbonat bekannt ist –, Zitronensäure und Essig. Und auch pures Wasser genügt, wenn Flecken noch nicht eingetrocknet sind.“
Der Unternehmer trifft damit den Nerv des Umweltbundesamtes, das seit Jahren betont: „Bei Putzmitteln ist weniger immer mehr.“ Viele der Produkte am Markt seien gelinde gesagt überflüssig. Ein gewöhnlicher Allzweckreiniger, ein Spülmittel, eine Scheuermilch für festsitzenden Schmutz und ein saurer Badreiniger auf Basis von Zitronensäure genügen, rät die Behörde.
Bei einem Allzweckreiniger handelt sich um ein Produkt, das neben anderen Inhaltsstoffen Tenside enthält. Diese Moleküle besitzen einen fettliebenden Hauptteil und einen wasserliebenden Kopf. So ermöglichen sie, dass sich eine fetthaltige Verschmutzung mit dem Putzwasser verbindet und aufgenommen werden kann. Ähnlich basiert auch ein Spülmittel auf Tensiden. Allerdings ist der Anteil an Tensiden dabei höher, sodass mehr Fett, etwa das restliche Öl aus der Bratpfanne, ins Spülwasser übergehen beziehungsweise sich damit vermischen kann. Tenside können jedoch Schlieren auf Oberflächen hinterlassen, weshalb das Geschirr noch einmal mit Wasser abgespült werden muss – im Übrigen auch, weil die Inhaltsstoffe des Spülmittels nicht mitgegessen werden sollten, da es sich auch hier um Fremdstoffe handelt. Tenside können aus tierischen oder pflanzlichen Fetten hergestellt werden. Synthetische Tenside basieren auf Erdöl als Rohstoff.
Eine Scheuermilch enthält dagegen feste Partikel wie etwa Soda als Salz oder mineralische Zusätze wie Sand, um damit festsitzenden Schmutz mechanisch zu entfernen. Das kann bei eingetrockneten Marmeladenklecksen genauso hilfreich sein wie beim Vogeldreck auf dem Balkonmobiliar.
Alle bisher genannten Produkte haben einen neutralen oder basischen pH-Wert. Bei Kalkablagerungen im Bad kommt man damit jedoch nicht weit. Denn Kalk ist nichts anderes als Calciumcarbonat, das uns im Gebirge als fester Kalkstein begegnet: Dieser lässt sich nur mit Säure auflösen. Deshalb enthalten in der Regel alle Badreiniger eine organische Säure wie Zitronensäure.
Welches Produkt bei einer bestimmten Verschmutzung geeignet ist, hängt auch immer von der Art und Intensität der Verschmutzung, aber auch von der Oberfläche ab, stellt Marcus Gast, Experte für wassergefährdende Stoffe beim Umweltbundesamt, klar. „Pauschale Aussagen sind kaum möglich.“ Gleichwohl rät er: Holzmöbel, Parkett und Laminatböden sollten grundsätzlich möglichst wenig befeuchtet werden und noch weniger Chemikalien abbekommen, da diese in die Fasern eindringen und das Holz aufquellen lassen können. Haben sie sich verfärbt oder verformt, gehen sie auch nicht mehr in den Ursprungszustand zurück. Ein nebelfeuchtes Mikrofasertuch sei für diese Materialien das Beste, erklärt Gast. Dafür wringt man einen Lappen kräftig aus und umhüllt ihn mit einem zweiten trockenen Tuch.
Abgesehen von Allzweckreiniger, Geschirrspülmittel, Scheuermilch und Badreiniger sind die meisten Produkte dem Umweltbundesamt zufolge eine Erfindung für den Kommerz. Sogar Glasreiniger entlarvt Gast als unnütz. Er basiert auf technischen Alkoholen, also Alkoholen, die zum Trinken ungeeignet beziehungsweise zu unrein sind. Sie hinterlassen zwar keine Schlieren auf Glas. Aber der alkoholbasierte Nebel gelangt beim Versprühen in die Atemwege und reizt die Schleimhäute. Schonender lassen sich die Fenster mit der Methode der Profis reinigen, führt Gast aus: Sie setzen dem Wasser lediglich wenige Tropfen Geschirrspülmittel zu. Die Tropfen auf den Scheiben entfernen sie dann mit einem Abzieher und mit einem alten Geschirrtuch.
Auch schnell sein hilft
Viel Arbeit und Reinigungsmittel spart man grundsätzlich, wenn man Flecken und Schmutz möglichst rasch entfernt. Sind die Kalkschichten dick und die Milchreste in den Herd eingebrannt, wird es schwieriger, bestätigt Sturm. „Dann braucht man schlicht viel mehr Zeit, um die Rückstände schonend zu entfernen.“ Deshalb lohnt es sich, nach dem Duschen sofort die Duschkabine abzuziehen oder nasse Flächen kurz mit einem Lappen abzuwischen, vor allem, wenn das Wasser hart und damit kalkhaltig ist. Besonders wichtig ist das sofortige Entfernen bei Schmutz, der sich einbrennen oder festbacken kann, etwa auf oder im Herd.
Doch auch festsitzende Rückstände lassen sich mit nur wenigen Substanzen entfernen. Einen ganz persönlichen Trick verrät Reinigungsexperte und Hobbykoch Gast: Wenn der Schmutz nach Weihnachten im Ofen infolge von Gänsebraten und Kuchenbacken etwas stärker angebacken ist, stellt er eine Schale Wasser in den Herd und heizt ihn auf 100 Grad Celsius auf. Der Dampf weicht die dunklen Rückstände auf. Mit Soda oder allenfalls einem milden alkalischen Backofenspray lassen sich diese dann leichter abtragen. Auf keinen Fall sollten jedoch stark alkalische Sprays mit Natronlauge verwendet werden, rät er. Diese greifen die Haut an und belasten das Abwasser.
Das Bioputzer-Team setzt mittlerweile ausschließlich auf selbst zusammengestellte Reinigungsmittel. Privatverbraucherinnen und -verbrauchern rät das Umweltbundesamt allerdings ausdrücklich von Do-it-yourself-Produkten ab. Auch deren Zutaten können nämlich bedenklich sein. Selbst Naturstoffe, die Laien oft als harmlos betrachten, können Probleme bereiten.
Essigsäure etwa stellen Essigsäurebakterien in einem natürlichen Vorgang her. Sie gilt als Naturstoff und als völlig harmlos, zumal Essig ja auch mit dem Salat gegessen wird. In konzentrierter Form ist Essigsäure im Handel aber rechtlich als Chemikalie eingestuft. Reine Essigsäure muss mit einem Warnsymbol für „ätzend“ gekennzeichnet werden, betont Gast. „Zu Recht!“ Essigdämpfe, die sich beim Putzen in einer Duschkabine sammeln, reizen beispielsweise die Atemwege, insbesondere bei Asthmatikern. „Der eine oder andere kann dann Schnappatmung bekommen, wenn man solche Zusätze nicht sachgerecht dosiert“, warnt er. Doch nicht nur für die Gesundheit ist Essigsäure gefährlich. Sie greift außerdem die Armaturen und Dichtungen in Küche und Bad an. Wasserhahn und Duschkopf bekommen bald Flecken. Gast fügt hinzu: „So habe ich die Dichtung meiner ersten Kaffeemaschine zerstört.“
Schädliche Stoffe sind schwer identifizierbar
Grundsätzlich müssen die Hersteller auf ihrer Website die Inhaltsstoffe ihrer Produkte in absteigendem Gehalt auflisten. Doch es sind schon einige Vorkenntnisse erforderlich, um mehr als Fachchinesisch aus den Chemikaliennamen herauszulesen. Kritisch sind etwa Phosphonate und Konservierungsstoffe aus der Klasse der Parabene, die auch über die Haut aufgenommen werden. Einige Forschende befürchten, dass sie auf Dauer die Entstehung von Brustkrebs begünstigen könnten.
Problematisch sind auch Paraffine und manche Tenside in Bodenreinigern, die die Oberfläche glänzen lassen und schmutzabweisend machen sollen. Diese Stoffe gelangen nicht nur mit dem Abwasser in die Kläranlage und können dort oft nicht vollständig abgebaut werden. Sie heften sich auch an den Hausstaub, der sich in der Wohnung besonders in Bodennähe befindet. Kleine Kinder atmen diesen in erheblichen Mengen ein oder nehmen ihn über den Mund auf. Sie sind deshalb trotz ihres jungen Alters in aller Regel höher mit Haushalts-Schadstoffen belastet als Erwachsene. Aber auch die Großen „essen“ jeden Tag etwas von dem reinigungsmittelbeladenen Staub in ihrer Wohnungsluft.
Die Frage, was all die Reinigungsmittel mit der Gesundheit machen, lässt sich jedoch nicht seriös wissenschaftlich beantworten: Denn Reinigungsmittel werden in der Mischung, wie sie fertig im Regal stehen, gar nicht auf ihre Wirkung an Mensch oder Tier getestet. Geprüft werden müssen allein die einzelnen enthaltenen Substanzen, abhängig von der produzierten Menge pro Jahr. Zumeist werden aber auch diese Einzelstoffe nur dahingehend überprüft, ob sie kurzzeitig Haut, Augen oder die Schleimhäute angreifen. Ob sie nach 40 Jahren im Haushalt – noch dazu als Mixtur zusammen mit vielen anderen Fremdstoffen – Schaden anrichten, wird nicht untersucht. Das macht einmal mehr deutlich, weshalb schon aus Vorsicht weniger Produkte und eine zurückhaltende Dosierung mehr für die eigene Gesundheit ist.
Der Blick auf Umweltsiegel hilft
Um im Dschungel der angebotenen Artikel die harmlosesten Produkte zu finden, lohnt es sich, auf den Blauen Engel und das Europäische Umweltzeichen EU Ecolabel, mit dem Symbol der sogenannten „Euroblume“, zu achten.
Andere Siegel, wie etwa das verbreitetere EcoCert-Siegel, beziehen sich nur darauf, dass der überwiegende Anteil der Inhaltsstoffe im Produkt aus ökologischem Anbau stammt, die genutzten Rohstoffe also ohne Pestizide und mineralische Düngemittel erzeugt wurden. Bei den biobasierten Reinigungsmitteln ist das ein Kriterium für deren Nachhaltigkeit. Das bedeutet jedoch nicht unbedingt, dass sie harmlos in der Anwendung sind. Siegel ist also nicht gleich Siegel. Es gilt, die Siegel zu unterscheiden. Trotzdem können sich Kundinnen und Kunden mit ihrer Hilfe ersparen, sich zeitaufwendig mit allen Inhaltsstoffen jedes Reinigungsmittels auseinandersetzen zu müssen.
Sehr viel wird beispielsweise für die Vergabe des Blauen Engels für ein Geschirrspülmittel vorausgesetzt. So prüft die Organisation etwa, ob die Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sind, und geht damit über rechtliche Anforderungen hinaus, wonach gemäß EU-Verordnung nur die Tenside weitgehend biologisch abbaubar sein müssen. Zudem stellt der Blaue Engel sicher, dass das Produkt charakteristische Wasserlebewesen wie Daphnien, das sind winzige Krebstiere, nicht gefährdet. Besonders gefährliche Chemikalien dürfen gar nicht enthalten sein. Ausgeschlossen ist beispielsweise das Desinfektionsmittel Triclosan, das in der Umwelt Resistenzen von Mikroorganismen begünstigen kann, die dann schwer zu bekämpfen sind. Solch wehrhaften Keime sind eine wachsende Gefahr für immungeschwächte Personen, die dann nicht ausreichend geschützt werden können. Tabu ist dem Blauen Engel zufolge auch das Rostschutzmittel Benzotriazol, ein Problemstoff, den Kläranlagen nur schlecht entfernen können. Die Chemikalie belastet etwa den Tegeler See bei Berlin. Und exakt unter diesem See gewinnt die Hauptstadt ihr Trinkwasser.
Der Kriterienkatalog des Blauen Engels erlaubt gleichwohl bestimmte Duft- und Farbstoffe. Diese sind durchaus problematisch, weil wohlriechende Substanzen nach dem Reinigen die Raumluft belasten. Sie können Allergien auslösen und die Atemwege auf Dauer schwächen. Charles Weschler, Chemiker an der Rutgers University, erforscht seit 40 Jahren die Güte der Luft in Räumen. Der häufigste nach Zitrone riechende Duftstoff in Reinigungsmitteln ist das Limonen. Es reagiert in der Raumluft jedoch ausgesprochen schnell mit Ozon, einem Schadstoff, der von draußen in jedes Zimmer gelangt. Im Sommer sind die Ozonwerte an den Stadträndern besonders hoch, da es unter Sonneneinstrahlung aus Vorläufersubstanzen wie Stickoxiden aus Autos entsteht. Ozon und Limonen reagieren in geschlossenen Räumen aber zu krebserzeugendem Formaldehyd und mannigfaltigen anderen Schadstoffen, deren Wirkung laut Weschler gänzlich unbekannt ist. Formaldehyd, das in Möbeln seit Jahren verboten ist, gelangt auf diese Weise mit dem Putzen wieder in die eigenen vier Wände.
Solche Forschung verdeutlicht, wie kleinteilig und höchst speziell die Wirkung einzelner Substanzen in Reinigungsmitteln ist und wie spärlich solche Zusammenhänge erforscht sind. „Die Vorstellung, man wisse schon genau, wie die verwendeten Inhaltsstoffe im Haushalt, im Körper, in der Luft und im Wasser wirkten, ist ebenso naiv wie falsch“, mahnt Weschler.
Wer vor dem Hintergrund des Nichtwissens vorsorgen möchte, sollte deshalb Produkte wählen, die sowohl das Blauer Engel-Siegel tragen, aber auch ausdrücklich keine Duftstoffe enthalten. Gerade bei Handgeschirrspülmitteln gibt es Varianten für sensible Personen, etwa Allergikerinnen und Allergiker, die nicht parfümiert sind.
Gute Ausstattung, Erfahrung und seriöse Quellen
Als Sturm seine Firma aufbaute, entdeckte er noch eine wichtige Möglichkeit, Reinigungsmitteln aus dem Weg zu gehen: das richtige Werkzeug. Die Hände schützt er mit Handschuhen. Schwämme oder Mikrofasertücher, die Oberflächen sehr wirksam reinigen, gehören ebenso zur Ausstattung wie ein Reinigungsschaber, Stahlwolle und der berüchtigte Fensterabzieher. Lappen wäscht sein Unternehmen regelmäßig gründlich bei 60 Grad Celsius, damit sie nicht zum Keimteppich werden. Verstopfte Abflüsse lassen sich mit einer Spirale oder einer Saugglocke freimachen. Scharfe Abflussreiniger auf Basis von anorganischen Säuren schaden nicht nur den Mikroben im Wasser, sondern auch den Abflussrohren, die dann früher verschleißen.
Nützlich ist auch in Vergessenheit geratenes Erfahrungswissen, etwa dass sich ein Rotweinfleck auf Polstermöbeln mit Soda entfernen lässt. Mitunter werden solche Tipps aber durch kuriose Ratschläge im Internet verwässert, klagt Gast: Etwa heißt es, gegen Kalkränder helfe Backpulver. Chemisch handelt es sich dabei um Natriumhydrogencarbonat. Der Selbsttest am Wannenrand lässt jedoch keinen Zweifel, dass korrekt dosierte Zitronensäure weitaus wirksamer ist. Manchmal wird sogar Kochsalz zum Putzen empfohlen, berichtet der Experte. „Das ist Unsinn, es hat gar keine Reinigungswirkung. Es gehört ins Essen.“ //
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