Für Gartenbesitzer sind Wegschnecken ein Graus, doch im Wald sichern die schleimigen, gehäuselosen Tiere das Überleben vieler Pflanzenarten. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Untersuchungen von Forschern um Manfred Türke von der Technischen Universität München. Sie wollten herausfinden, wie sich sogenannte Myrmekochoren ausbreiten. Zu ihnen gehören Buschwindröschen, Waldveilchen und Haselwurz. Die Samen dieser Pflanzen werden normalerweise von Ameisen (griechisch: myrmex) transportiert, die durch das fett- und eiweißhaltige Gewebe um die Samen angelockt werden. Doch erstaunlich ist: Auch in dunklen und feuchten Buchenwäldern, wo die Lebensbedingungen für Ameisen relativ schlecht sind, kommen Myrmekochoren häufig vor. Verantwortlich dafür sind Wegschnecken, wie die Münchner Wissenschaftler jetzt herausfanden.
In Laborversuchen wiesen die Forscher nach, dass die Schnecken die Samen verschlingen und später keimfähig wieder ausscheiden. Dabei sind die Tiere für die Ausbreitung der Pflanzen trotz ihres Schneckentempos weitaus effektiver als die wuseligen Ameisen. Denn während die Insekten die Samen nur etwa einen Meter weit tragen, legen die Wegschnecken vom Fressen des Samens bis zu seinem Ausscheiden immerhin rund 4,4 Meter zurück.





