Die Alpen sind dicht besiedelt und vielbefahren, die meisten Wälder nur auf den ersten Blick „naturbelassen“ und der Klimawandel setzt dieser Landschaft im Herzen Europas deutlich sichtbarer zu als manch anderer Region. All das sind Gründe für den Autor und Alpengast seit Kindertagen, in einer Art Rundumschlag die ökologische Situation der Alpen zu analysieren und den Umgang damit teilweise heftig zu kritisieren. In seinem „Schwarzbuch“ schreibt er verständlich über Wälder, Wildbestände und die Rückkehr des Wolfes, über Flüsse und Wasserkraft und über die Alpen als Kulturlandschaft, beginnend bei der ersten Besiedlung. Stets plädiert er dabei für den Erhalt und Schutz von Natur, geht mit Kraftwerksfirmen und Tourismus-Mogulen ins Gericht. Eine nüchterne Darlegung der Argumente aller Seiten darf man dabei nicht erwarten, stattdessen engagiert vorgetragene und mit Quellen gestützte Standpunkte. Etwas zu detailreich beschriebene Fallbeispiele und ein teilweise ins Wütende abdriftender Ton versetzen der ansonsten interessanten Lektüre einen kleinen Dämpfer. Dieser wird jedoch gerade gegen Ende des Buches durch optimistische Alternativen und Lösungsvorschläge abgemildert. Nicht zuletzt die vielen Praxistipps und Links sowie die beiden schönen Farbbildstrecken machen das Buch zu einer sicheren Empfehlung, nicht nur für Fans der Berge.
Matthias Schickhofer
Schwarzbuch Alpen
Warum wir unsere Berge retten müssen
Brandstätter. 200 Seiten, 22,90 €





