Der Klimawandel und mit ihm Folgen wie Extremwetter, Überschwemmungen und Waldbrände schreiten immer weiter voran. Inzwischen ist die globale Mitteltemperatur im Vergleich zu präindustriellen Zeiten bereits um rund ein Grad angestiegen. Gleichzeitig jedoch warnte erst kürzlich der Weltklimarat IPCC vor den Folgen einer Erwärmung um mehr als 1,5 Grad. “Die Wissenschaft dahinter ist klar: Ohne rapide Einschnitte beim CO2 und anderen Treibhausgasen wird der Klimawandel immer zerstörerischere und irreversiblere Auswirkungen auf das Leben auf unserem Planeten haben”, sagt WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. Doch bisher tut sich trotz Klimaschutzabkommen von Paris und nationalen Absichtserklärungen zur Reduktion der CO2-Emissionen weltweit kaum etwas.
So viel CO2 wie seit Millionen Jahren nicht
Wie es um die Atmosphäre unseres Planeten und die Treibhausgas-Werte steht, hat nun die Weltwetterorganisation in einem aktuellen Bericht zusammengefasst. Für das Jahr 2017 registrierten die Messungen demnach einen weiteren Anstieg der CO2-Emissionen. Der atmosphärische Gehalt des CO2 stieg auf 405,5 ppm – das ist eine erneute Steigerung gegenüber den beiden Vorjahren und ein neuer Rekord. “Eine vergleichbare Konzentration von CO2 hat die Erde zuletzt vor drei bis fünf Millionen Jahren erlebt”, sagt WMO Generalsekretär Petteri Taalas. “Damals war es zwei bis drei Grad wärmer als heute und die Meeresspiegel lagen um zehn bis 20 Meter höher.” Im Vergleich zu vorindustriellen Werten liegt der CO2-Gehalt heute um 146 Prozent höher – und ein Abschwächen oder gar eine Umkehr des Trends ist nicht in Sicht.
Das ganze Ausmaß der Folgen dieser Emissionen werden sich jedoch erst in der Zukunft zeigen, wie die stellvertretende WMO-Generalsekretärin Elena Manaenkova erklärt. Denn das Klimasystem der Erde reagiert verzögert auf die Treibhausgas-Emissionen und entsprechend lange halten die Wirkungen dann auch an. “CO2 bleibt hunderte von Jahren in der Atmosphäre und in den Ozeanen sogar noch länger”, sagt Manaenkova. “Und ein Zauberstab, mit dem wir all das CO2 wieder aus der Atmosphäre entfernen könnten, existiert zurzeit nicht. Deshalb kommt es jetzt auf jedes ppm an Treibhausgasen an.”
Neue Höchstwerte auch bei Methan und Stickoxiden
Wie die WMO berichtet, hat auch der Gehalt des potenten Treibhausgases Methan (CH4) neue Höchstwerte erreicht. Zwar setzen auch natürliche Quellen wie Feuchtgebiete dieses Klimagas frei, der mit 60 Prozent größte Teil jedoch stammt aus anthropogenen Quellen, darunter der Landwirtschaft, der Industrie oder der Verbrennung von fossilen Brennstoffen und Biomasse. Mit 1.859 Teilen pro einer Milliarde Luftteilchen (ppb) liegt der Methangehalt der Atmosphäre inzwischen um 257 Prozent höher als vor der industriellen Revolution, wie die Messungen ergaben.





