
Das Gefühl ändert sich allerdings schnell, wenn er auf einem Felsen steht und sich nicht für den Trampelpfad außenherum entscheidet, sondern für die direkte “Gipfelüberschreitung”. Aber ich merke bald – sobald ich ihn nicht aus dem Rhythmus bringe – spaziert der Hengst wie eine Bergziege über die Granitklötze. “Jetzt stell Dir mal vor, wie schnell er da runterlaufen könnte, wenn er keinen Reiter trägt”, sagt Pedro. Die Pferde sind keine leichte Beute für den iberischen Wolf. Wäre der Mensch nicht, der ab und mal unbeabsichtigt durch eine liegengelassene Glasflasche ein Feuer in der trockenen Heide entfacht oder wütend wird, weil ihm ein Pferd das Feld plündert, dann würden sich beide Populationen, Wolf und Garrano, wohl das Gleichgewicht halten. Die Bauern nutzen Garranos auch als Arbeitstiere und wissen, dass der Wolf ihnen die Selektion abgenommen hat. Schwache und kranke Tiere gibt es in den Herden kaum.
Als wir an einer der Herden vorbeireiten, werden die Reittiere unruhig, laufen aber weiter. Ich halte mich an Pedros Tipps und versuche dem Pferd meine völlige Entspannung vorzugaukeln, indem ich in eine Art Schwangerschafts-atemübung verfalle und bewusst laut ausatme. Mein Hauptproblem ist es, Tornado davon abzuhalten, sich im Lauf rechts und links ein Bündel vom hohen Farn zu schnappen. Wenn ich ihn fressen lasse, taugt er nicht mehr für die oft anspruchsvollen Reiter, die Pedro hier besuchen und mit deren Hilfe er sein Schutzprojekt unterstützt.







