„Kirräck!“ hallt es über die Wiese. Mit seinem rauen, schnarrenden Ruf markiert das Rebhuhn-Männchen sein Revier. Seinen Namen verdankt der Vogel diesem Klang: Das „Reb“ in „Rebhuhn“ ist eine lautmalerische Nachbildung des Rufes, den es vor allem am frühen Morgen und am Abend ausstößt. Das zur Familie der Hühnervögel gehörende Rebhuhn (Perdix perdix) war früher ein häufiger Bewohner unserer Landschaft: Der charakteristische Ruf war auf vielen Äckern und Feldern zu hören. Den Vogel auch zu erspähen, war jedoch schon damals nicht immer einfach. Rebhühner sind zwar tag- und dämmerungsaktiv, aber selten zu sehen, weil sie sich vor Fressfeinden wie Füchsen verstecken. Mit ihrem graubraunen Gefieder und dem orangebraunen Kopf sind sie in der Feldflur relativ gut getarnt, ähnlich wie in ihrem ursprünglichen Lebensraum, den Steppen Europas und Asiens.

Bedrohung durch Monokulturen und Pestizide
Aber die Rebhühner sind nicht nur wegen ihrer Tarnfärbung schwer zu beobachten. Auch der massive Rückgang ihres Lebensraums setzt der Art stark zu. Seit 1980 ist der Bestand in Deutschland um 87 Prozent zurückgegangen. Um darauf aufmerksam zu machen, wurde das Rebhuhn 1991 schon einmal zum Vogel des Jahres gekürt. Große Monokulturen, Pestizide, der Verlust ungenutzter Offenlandflächen wie Brachen, Blüh- und Altgrasstreifen, früh gemähte Wiesen sowie fehlende Nistplätze setzen dem Hühnervogel massiv zu. Für eine erfolgreiche Aufzucht braucht das Rebhuhn große, offene Feldlandschaften, gegliedert durch Hecken, Feldraine, Brachen und niedrige Gebüsche.
Wenn Rebhühner im Frühjahr ihren Partner gefunden haben, sind sie sich bis zum Ende der Brutsaison treu. Weibliche Rebhühner legen ihre bis zu 20 Eier in sorgfältig versteckten Bodennestern ab. Sind die Jungen geschlüpft, kümmern sich beide Eltern gemeinsam um den Nachwuchs. Selbst nachdem die Jungvögel nach rund fünf Wochen auf eigenen Beinen stehen, bleibt die Familie als sogenannte „Kette“ bis in den Winter eng zusammen. Doch nicht nur der Lebensraum und geeignete Brutplätze spielen eine entscheidende Rolle für das Überleben der Art – auch genügend passende Nahrung ist wichtig. Erwachsene Rebhühner sind vor allem Vegetarier, ihr Nachwuchs benötigt jedoch Insekten, Spinnen und andere Kleintiere. Wo Nahrung durch den Einsatz von Pestiziden fehlt, überleben viele Küken die ersten Wochen nicht.





