Nach dem Brand und Einsturz des World Trade Center hat sich der Schadstoffgehalt der New Yorker Luft stark erhöht. Neben giftigen Rauchgasen und Dioxin könnten nach Ansicht von Experten auch große Mengen Asbest frei geworden sein.
Zur Verwendung von Asbest im World Trade Center gibt es widersprüchliche Angaben. Wie das Wissenschaftsmagazin “New Scientist” berichtet, soll vor zehn Jahren im World Trade Center eine Asbestsanierung stattgefunden haben. Bauteile seien versiegelt worden, um zu verhindern, dass die krebserregenden Asbestfasern in die Umwelt gelangen. “Asbest wurde beim Bau vieler New Yorker Gebäude in großen Stil eingesetzt und das über Jahrzehnte hinweg”, erklärte Jeremy Hodge, Direktor des britischen Bauforschungsinstituts BRE gegenüber dem Magazin. Erst zwischen den 70er und 80er Jahren sei die Verwendung von Asbest in der US-amerikanischen Baubranche nach und nach eingestellt worden. Das Word Trade Center wurde 1973 fertiggestellt. Dagegen stellte ein Bauingenieur-Verband laut “New York Times” fest, dass die Strahlträger des Gebäudes im Gegensatz zu anderen Wolkenkratzern nicht mit Asbest ausgeschäumt wurden. Erhöhte Asbestwerte in der Luft sollen aus verbrannten Bodenbelägen stammen.
Noch größere Gefahr für die Gesundheit gehe allerdings von der Staubwolke aus, die nach dem Kollaps des Gebäudes den Himmel in Manhatten verdunkelte. “Der Staubgehalt in New York stellt derzeit eine ernste Bedrohung dar”, so Michelle De Leo von der British Lung Foundation. Während gröbere Staubpartikel im oberen Teil der Atemwege herausgefiltert werden, gelangen mikroskopisch kleine Stäube mit einem Durchmesser von weniger als 10 Mikrometer direkt in die Lunge. Sie können dort entzündliche Reaktionen auslösen und Herz- und Kreislauf beeinträchtigen. Wissenschaftliche Studien sehen einen Zusammenhang zwischen einem hohen Gehalt an Feinstäuben in der Luft und Todesfällen. Messungen in New York zufolge, sollen sich sämtliche Luftschadstoffe, darunter auch Blei, derzeit allerdings noch im gesundheitlich vertretbaren Bereich befinden.
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Almut Bruschke-Reimer





