Allergien nehmen bekanntlich immer mehr zu. In Deutschland leiden nach Einschätzung von Experten allein 20 Millionen Menschen an Heuschnupfen. Umso wichtiger ist es, Betroffene rechtzeitig vor dem Flug derjenigen Pollen zu warnen, auf die sie allergisch reagieren. Dazu ließ man bisher Umgebungsluft auf ein Stück Klebeband strömen, auf dem die Pollen haften blieben. Im Labor wurden sie danach gezählt und botanisch bestimmt. Auf dieser Grundlage erstellten Biometeorologen die Pollenflugvorhersage. Doch die Methode ist zeitaufwendig und ungenau.
Weitaus schneller und effektiver sollen neue Messgeräte arbeiten, die der Deutsche Wetterdienst einsetzen will. Entwickelt wurden sie von den Fraunhofer-Instituten für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin und für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM in Hannover. Die Stationen saugen Luft an, die Pollenstaub enthält. Die Pollen werden zunächst von Verunreinigungen getrennt und sinken dann auf einen Objektträger, auf dem sich ein Gel befindet. Dort werden sie von einem Lichtmikroskop aus den verschiedensten Positionen fotografiert. Anschließend fügt eine Software die Bilder der Pollen zu dreidimensionalen Datenmodellen zusammen, die zur Bestimmung mit einer Datenbank abgeglichen werden. Innerhalb von ein bis zwei Stunden liegen die Ergebnisse vor, die danach über eine Netzwerkverbindung an den Wetterdienst geschickt werden.





