Kennen Sie das Gefühl, dass die Zeit umso schneller vergeht, je älter man wird? Und ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass manche Menschen auf Stechmücken anziehender wirken als andere? Oder dass Kaffee stets helle Flecken mit schwarzen Rändern hinterlässt? Garantiert verständliche Erklärungen für solche Alltagsrätsel liefert der kanadische Wissenschaftsjournalist Jay Ingram in seinem neuen Buch.
Ingram ist Kolumnist der Tageszeitung Toronto Star und Moderator eines täglich ausgestrahlten TV-Wissenschaftsmagazins. Rätsel über Küche und Gehirn mag er am liebsten: fallende Toastscheiben, tropfender Honig und heißer Kaffee, Zeit-Illusionen, telepathische Blicke und Baby-Tragetechniken. Dabei zitiert Ingram nicht nur aus neuen Studien, sondern zeigt im Zeitraffer kleiner Forschungsgeschichten auch, wie sich Wissenschaftler jahrzehntelang an schwierige Phänomene heranpirschen.
Ingram regt seine Leser auch zu eigenen Experimenten an – und zum schärferen Nachdenken über Wahrnehmungen im Alltag. So ganz nebenbei gibt er Einblicke in Nischendisziplinen der Wissenschaft, zum Beispiel in die „Knüllforschung”. Das Buch wäre sicher eine unterhaltsame Bereicherung für eine dieser formeltrockenen Physikstunden in der Schule.
Jay Ingram DIE GESCHWINDIGKEIT DES HONIGS Ungewöhnliche Erkenntnisse aus der Physik des Alltags Campus, Frankfurt 2004 220 S., € 19,90 ISBN 3-593-37528-1
Dr. Eva Tenzer





