Eine Simulation der Prionenvermehrung zeigt, dass Fremdprionen das Wachstum stark abbremsen können. Damit würde der Ausbruch der Krankheit hinausgezögert. Dieses erstaunliche Ergebnis diskutieren Wissenschaftler der Universität Kalifornien in Davis in der Online-Ausgabe der Physical Review Letters.
Ausgangspunkt des verbesserten Rechenmodells war ein Kuriosum der BSE-Übertragung: Zwar können Mausprionen Hamster krank machen, umgekehrt aber können Hamsterprionen Mäusen nichts anhaben. Diese asymmetrische Artenschranke erklären die Physiker um Rajiv Singh damit, dass sich die Hamsterprionen wie ein Schutzmantel um das Mausprion legen, so dass gesunde Proteine nicht mehr daran binden können. Folglich können sie auch nicht “umklappen”, bleiben also gesund.
Legten die Wissenschaftler ihren Berechnungen einen solchen Schutzhüllen-Mechanismus zu Grunde, war die Prionenausbreitung stark gehemmt. Mit Prionen eines Tieres lassen sich also Prionen bei anderen Tieren blockieren – vorausgesetzt es liegt eine asymmetrische Artenschranke vor. “Bis jetzt gibt es noch kein Tier das eine solche Barriere gegenüber dem Menschen zeigt”, gesteht Singh. Aber das Schaf könnte ein möglicher Kandidat sein: Einige Wissenschaftler glauben, dass Scrapie für den Menschen ungefährlich ist. Doch auch im Falle von BSE glaubte man dies jahrelang.
“Wie viele mathematische Modelle unterschlägt sicher auch dieses den ein oder anderen wichtigen Aspekt”, warnt David Krakauer vom Institut für Entwicklungsforschung in Princeton. Trotzdem kehrt das Ergebnis seiner Kollegen auch für ihn ein interessantes Detail der Prionenvermehrung heraus.
Susanne Donner





