Kranichmännchen passen die Anzahl ihrer Spermien an den hormonellen Zyklus des Weibchens an. Während der Schwangerschaft der Partnerin fällt die Zahl lebensfähiger Spermien ab. Dies hält auch noch während der Eiablage an. Einen Tag nach Ablage des letzten Eis, ist die Qualität der Spermien am besten. Dies ist genau der Zeitpunkt der größten Empfängnisbereitschaft des Weibchens.
Wissenschaftler vom Moskauer Zoo befassen sich seit 1982 mit dem Fortpflanzungsverhalten und der Zucht von Kranichen. Jetzt stieß das von Olga I. Rozdina geführte Zoologenteam auf das Phänomen des synchronisierten Zyklus.
Von Säugetieren ist dies bereits bekannt und gut untersucht. Sie stimmen sich vor allem durch Gerüche aufeinander ab: Empfängnisbereite Weibchen riechen anders. Bei Vögeln scheint dieser Prozess jedoch anders zu funktionieren. Die “Harmonisierung”, wie es Ilia Volodin, eine der Mitarbeiterinnen des Projekts nennt, läuft hier möglicherweise akustisch ab. Kraniche senden ständig Laute aus ? beim Paarungstanz, am Nest oder bei Gefahr. Laute könnten deshalb auch ein Signal für hormonelle Veränderungen sein.
Für die Zucht von Kranichen in Gefangenschaft sind diese Erkenntnisse bedeutend. Die sprichwörtliche lebenslange Partnertreue der Kraniche trägt mit dazu bei, dass viele Kranicharten immer seltener werden. Fortschritte in der Zucht und vor allem der künstlichen Befruchtung, könnten entscheidend zu ihrem Erhalt beitragen.
Anna Voormann





