In nährstoffarmen Nordmeeren steht dem pflanzlichen Plankton einer neuen Studie zufolge weit weniger Eisen als Nährstoff zur Verfügung als man bisher dachte. Das berichten Jingfeng Wu vom Massachusetts Institute of Technology und seine Kollegen im Fachmagazin Science.
Lösliches Eisen erreicht genau wie die anderen vom Phytoplankton benötigten Nährstoffe seine maximale Konzentration in einer Wassertiefe von etwa 1000 Metern. Bisher ging man davon aus, dass dies für alle Eisenpartikel gilt, die kleiner als 400 Millionstel Millimeter sind.
Mit Hilfe einer verbesserten Filtertechnik haben Wu und seine Kollegen eine genauere Untersuchung der Eisenverteilung im Nordatlantik und im Nordpazifik durchgeführt. Sie fanden heraus, dass nur Eisenmoleküle, die kleiner als 20 Millionstel Millimeter sind, dem bisher bekannten Verteilungsmuster folgen. Dagegen erreicht die Konzentration von “Eisenklumpen”, die zwischen 20 und 400 Millionstel Millimeter groß sind, im Oberflächenwasser ihr Maximum.
Die Forscher schließen daraus, dass dem Phytoplankton damit sehr viel weniger Eisen als Nährstoff zur Verfügung steht, als frühere Berechnungen ergeben haben. Dies hat auch Konsequenzen für Klimamodelle, da die Kohlendioxidmenge, die über das Phytoplankton in die Meere gelangt, neu berechnet werden muss.
Axel Tillemans





