Spechte spielen im Ökosystem Wald offensichtlich eine viel wichtigere Rolle als bisher angenommen: Ihre Schnäbel beherbergen Pilzsporen, die eine Schlüsselrolle beim Verrotten von Baumstümpfen und Unterholz spielen. Während der Futtersuche verteilen die Spechte diese Pilze auf tote Bäume und sorgen so dafür, dass sich deren Holz zersetzt. Das berichten amerikanische Forscher im Fachmagazin The Condor (Bd. 106).
Spechte picken auf der Suche nach Käfern und anderen Insekten Löcher in die Rinde toter oder sterbender Bäume. In diesen Löchern können sich leicht Pilzsporen aus der Waldluft festsetzen, schreiben Kerry Farris und seine Kollegen von der Gesellschaft für Artenschutz in Tucson und Portland und der Staatsuniversität von Arkansas. Beim nächsten Besuch dieser Bäume nehmen die Vögel zusammen mit ihrer Nahrung die Pilzsporen auf und übertragen sie auf andere Bäume und Baumstümpfe, in denen sie nach Futter suchen.
Obwohl diese Verteilung der Pilzsporen dem gesamten Ökosystem nützt, haben die Spechte auch einen ganz persönlichen Vorteil: Sie können ihre Nisthöhlen nur in bereits verrottende Bäume bauen. Je weiter sie also die Pilzsporen verteilen, desto mehr Bauplätze bieten sich ihnen. Und das kommt auch anderen Tieren zu Gute, denn verlassene Spechthöhlen sind begehrte Nistplätze.
ddp/bdw ? Ilka Lehnen-Beyel





