Britische Wissenschaftler wollen einen Pilz gegen ein Unkraut einsetzen, das die Teeplantagen Indiens bedroht. Das Kraut mit Namen Mikania micrantha überwuchert die Teepflanzen so rasch, dass die Plantagenbesitzer teilweise ihre gesamte Ernte verlieren. Der Rostpilz Puccinia spegazzinii könnte dies bald verhindern, da er ein natürlicher Feind des Unkrauts ist und es vernichtet. Das berichtet die Wissenschaftszeitschrift “New Scientist” (Ausgabe vom 28. Juni, S. 10).
Mikania micrantha stammt ursprünglich aus Süd- und Mittelamerika und war im Zweiten Weltkrieg zur Tarnung von Flugplätzen nach Indien eingeführt worden. Seitdem breitet es sich dort ohne natürliche Feinde mit rasanter Geschwindigkeit aus. Scherzhaft wird es auch das “1-Meile-pro-Minute”-Kraut genannt.
Mit dem Pilz Puccinia spegazzinii wollen die Wissenschaftler um Sean Murphy von der Organisation CABI-Bioscience im britischen Egham gegen die Bedrohung angehen: Erste Versuche zeigten, dass der ebenfalls in Amerika heimische Rostpilz tatsächlich nur das Unkraut befällt, indische Pflanzen jedoch unversehrt lässt.
Die Forscher hoffen daher, den rettenden Pilz noch in diesem Jahr auf den Plantagen freisetzen zu können. Für die Plantagenbesitzer wäre das ein Segen, da sie Mikania micrantha bislang nur durch teure Chemikalien bekämpfen können und dadurch oft bis zu dreißig Prozent ihres Gewinns einbüßen. Auch auf Eukalyptus- und Teakplantagen, wo Mikania micrantha ebenfalls ein großes Problem darstellt, planen die Wissenschaftler, den Pilz einzusetzen.
ddp/bdw – Stefanie Offermann





