GEG setzt neue Maßstäbe
In Deutschland entfallen 35 Prozent des gesamten Energieverbrauches auf Gebäude. Damit ist das GEG ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zur Erreichung der Klimaschutzziele, die Bund und Länder sich bis zum Jahr 2030 gesetzt haben. Die Einhaltung der Richtlinien, die im neuen GEG definiert wurden, sind für Eigentümer wichtig.
Hierzu informiert die Verbraucherzentrale:
„Der Neubau nimmt im Gesetz den größten Teil ein. Das GEG zielt darauf ab, die Auswirkungen des Neubau-Energiebedarfs zum Heizen und zur Warmwasserbereitung auf die Umwelt zu begrenzen. […]
Viel häufiger als Neubauten kommen Bestandsgebäude vor, die den bundesweiten Energiebedarf daher über eine lange Zeit stärker bestimmen. Für Bestandsgebäude bestehen einige Austausch- und Nachrüstpflichten, die Sie als Eigentümer grundsätzlich zu einem bestimmten Termin erfüllen müssen. Daneben gibt es so genannte “bedingte Anforderungen”, die Sie nur beachten müssen, wenn Sie das Gebäude ohnehin modernisieren.
Für alle Mehrfamilienhäuser gelten bestimmte Austausch- und Nachrüstverpflichtungen, unabhängig von einer geplanten Sanierung. Ein- und Zweifamilien-Häuser sind davon ausgenommen, wenn Sie als Eigentümer bereits seit Februar 2002 selbst im Gebäude wohnen. Wenn Sie ein Ein- oder Zweifamilien-Haus kaufen, müssen Sie diese Pflichten innerhalb von 2 Jahren erfüllen.“ (Quelle: https://www.verbraucherzentrale.de)
Hochwertiger Dämmschutz ist aber nicht nur im Sinne des neuen Gebäudeenergiegesetzes erforderlich, sondern schont auch den eigenen Geldbeutel. Gerade im Bereich von Fenstern und Türen sind nicht immer umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen erforderlich, um eine spürbare Verbesserung zu erreichen. Thermo-Rollos und Thermo-Plissees machen sich physikalische Effekte zunutze, um in einer geschickten Kombination aus Material und Design modernsten Dämmschutz zu bieten.
Kühle Innenräume durch reflektierende Rückseiten oder Plisees mit Luftpolster
Bei sommerlich heißen Temperaturen können sich Innenräume schnell unangenehm aufheizen. Vor allem Räume mit großen Fensterflächen sind betroffen. Mit einem speziellen Thermo-Rollo oder Perlex-Plissee lässt sich die Hitze durch direkte Sonneneinstrahlung spürbar reduzieren.
Die Wirkung des Sicht- und Hitzeschutzes basiert auf der Reflexion von Infrarotlicht (IR-Reflexion). Die kurzwelligen Infrarotstrahlen im Sonnenlicht erzeugen Wärme, wenn sie von der Oberfläche, auf die sie treffen, absorbiert statt reflektiert werden. Die Wissenschaft spricht von „Albedo“, dem Anteil der kurzwelligen Strahlung, der reflektiert wird. Eine vollständige Reflexion der Infrarotstrahlung entspricht einem Albedo von 1, jede Anteilige Reflexion wird entsprechend in Nachkommazahlen ausgedrückt. Je heller eine Oberfläche ist, desto größer sind ihre reflektierenden Eigenschaften. Unberührter Schnee erreicht einen Albedo von 0,95, reflektiert also 95 Prozent der einfallende Hitze.
Dieser physikalische Effekt kommt bei modernen, thermoregulierenden Rollos und Plissees zum Tragen. Durch reflektierende Rückseiten lässt dieser spezielle Blend- und Hitzeschutz einen geringen Teil der eindringenden Hitze durch und sorgt so für kühlere Innenräume. Metallische Beschichtungen überzeugen durch ihren hohem Reflexionsgrad.
Thermo-Rollos sind mit einer Schicht aus Aluminium überzogen, da Silberbeschichtungen die höchste Reflexion im infraroten Spektralbereich erreichen. Je nach Wellenlänge und Einfallswinkel des einfallenden Lichtes ist eine Reflexion von 65 bis 95 Prozent möglich, was die Hitzeentwicklung durch einfallende Sonnenstrahlen spürbar reduziert.
Die Technologie von Perlex-Plissees basiert auf einem ähnlichen Effekt. Die Plissees sind auf der Außenseite mit einer speziellen Perlmuttschicht versehen, die ebenfalls einen großen Teil der kurzwelligen Strahlung reflektiert, anstatt sie zu absorbieren. Perlex findet als hochreflektierende Beschichtung in vielen Bereichen Verwendung. Während Aluminium ein Metall ist, wird Perlex aus einem Mineral gewonnen, das mit Titandioxid bedampft wird.
Die optimale Reflexion ist jeweils zu erreichen, wenn ein weißer oder sehr heller Stoff mit einer entsprechenden Beschichtung versehen wird. So kann die Hitzebelastung im Innenraum um bis zu 95 Prozent reduziert werden. Hier bietet eine hochwertige Perlex-Beschichtung den großen Vorteil, dass sie sich hervorragend mit hellen und auch lichtdurchlässigen Stoffen kombinieren lässt, ohne die Optik zu verändern. Aluminium kann dagegen nur mit komplett verdunkelnden Stoffen verwendet werden, ohne die Optik sichtbar zu verändern.
Einen ebenso effektiven Hitzeschutz bietet ein Wabenplissee. Es bedient sich allerdings eines völlig anderen physikalischen Effektes. Hierbei handelt es sich im Prinzip um ein doppellagiges Plissee mit Luftpolster. Die darin integrierten wabenförmigen Luftröhren sind so beschaffen, dass die Raumluft in ihnen steht. Die stehende Luft entwickelt einen stark isolierenden Effekt. Diese Wirkung beruht auf der Tatsache, dass Luft ein sehr schlechter Wärmeleiter ist. Wabenplissees sind so designt, dass sie sich die natürlichen Eigenschaften von Luft zunutze machen können, um Wärme weder von außen nach innen noch von innen nach draußen dringen zu lassen. Deshalb können Wärmeplissees gleichzeitig als Dämmschutz gegen Hitze und Kälte eingesetzt werden.
Weniger Heizwärmeverlust durch dämmende Rollos und Wabenplissees
In der kalten Jahreszeit ist Heizwärmeverlust das größte Problem, das nicht optimal gedämmte Fenster und Türen verursachen können. Wird durch schlecht gedämmte Fenster und Türen zu viel Wärme aus Innenräumen in den Außenbereich abgegeben, ist mehr Energie erforderlich, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Die Folge ist ein erhöhter Energieverbrauch gepaart mit hohen Kosten.
Auch dem unerwünschten Heizwärmeverlust lässt sich durch ein speziell isolierendes Rollo oder Plissee vorbeugen. Wabenplissees bedienen sich, wie bereits erwähnt, der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Luft. Diese Eigenschaft wird beispielsweise auch für Styropor genutzt. In den einzelnen Styroporblasen speichert sich viel Luft, die dafür sorgt, dass das Material kaum Wärme ableitet. Deshalb wird Styropor beim Hausbau auch häufig als Dämmstoff eingesetzt.
Auch Daunenjacken oder -bettdecken basieren mit ihrer wärmenden Wirkung auf der schlechten Wärmeleitfähigkeit von Luft. Das Vorbild für diese vielseitig einsetzbare Technologie ist die Natur selbst. Tiere mit dichtem Fell sind hervorragend gegen Kälte gerüstet, weil sich die Luft in den Fellschichten staut und die Körperwärme gegen kühle Temperaturen isoliert.
Isolierende Rollotypen mit Aluminiumbeschichtung sind hervorragend geeignet, um Fenster und Türen gegen das Eindringen von Kälte und einen Heizwärmeverlust zu schützen. Aluminium reflektiert Wärmestrahlung und wird deshalb im Baubereich häufig eingesetzt. Bei der Verlegung einer Fußbodenheizung wird beispielsweise meist eine Schicht aus hochwertiger Aluminiumfolie verbaut, um die Heizwirkung zu isolieren. Die Wärmestrahlung, die aus dem Innenraum dringt, wird zu einem großen Anteil wieder nach innen reflektiert und nicht nach außen abgeleitet. So kann dieselbe Eigenschaft von Aluminium, die ungewünschte Sommerhitze aus dem Innenraum heraushält, die wohlige Heizwärme im Winter dort lassen, wo sie gebraucht wird, und eine gemütliche Wohnatmosphäre schaffen.
24.11.2020





